Erik am 21.10.2015

Naturschutz morgen: Zeit zum Umdenken

"Naturschutz morgen: Zeit zum Umdenken", so lautete der Titel der Naturschutztagung, zu der die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 28. September in den Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtages geladen hatte. Die mehr als 120 TeilnehmerInnen belegen: das Interesse am naturschutzpolitischen Diskurs ist groß. Den Programmflyer zur Veranstaltung finden Sie >>hier<<

Der Plenarsaal im Landtag war voll besetzt

Gut gefüllt war der Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtages bei der Naturschutztagung der Fraktion am 28. September


Hier lesen Sie nun die Begrüßung, alle weiteren Beiträge sind am Ende dieser Website aufgelistet, inklusive der - falls vorhanden - PowerPoint-Präsentationen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und freue mich bereits jetzt auf die anstehenden Veranstaltungen und Diskussionen. Denn dies soll nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Gesprächen gewesen sein, die ich in der nächsten Zeit führen werde.

Viele Grüße,

Ihre Marlies Fritzen

 

Begrüßung Marlies Fritzen, MdL, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion

 Marlies Fritzen

Marlies Fritzen, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion und Gastgeberin der Tagung:
"Naturschutz ist Daseinsvorsorge"


Die aktuelle BfN-Studie zeigt: für 92 % der Befragten gehört eine intakte Natur zu einem guten Leben. 56 % denken, Naturschutz sei eine wichtige politische Aufgabe.

Dieser hohe Stellenwert von Naturschutz findet sich in den politischen Debatten jedoch häufig nicht wieder. Einerseits wird er als vermeintlich „weiches“ Thema wenig beachtet, andererseits erleben wir harte Kontroversen zwischen Schützern und Nutzern.  Oft werden diese Debatten dann als Abwehrschlachten gegen die Forderungen des Naturschutzes geführt. Naturschutz wird als Bremser für infrastrukturelle Entwicklung und nicht als „Daseinsvorsorge“ begriffen.

Dagegen gehört der Schutz unserer Natur und Umwelt in die Mitte des politischen Diskurses. Das Ziel ist weniger die „Versöhnung“ gegensätzlicher Standpunkte als die Betonung der Relevanz des Naturschutzes für die Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Denn entgegen den hohen erwähnten Zuschreibungswerten für eine intakte Natur, wird die Frage nach dem individuellen Lebensstil und dem Umgang mit unserer Umwelt von weit weniger Menschen als wichtig erachtet. Lediglich 18% sehen eine eigene Verantwortung für den Zustand der Natur. Über 50 % denken, dass Naturschutz in Zeiten wirtschaftlicher Krisen eine geringere Priorität hat und die Gelder dafür gekürzt werden sollten.

Daneben gibt es Zielkonflikte innerhalb des Naturschutzes. Welche Natur wollen wir wie schützen? Das ist eine Frage, die sehr verschiedene Antworten kennt. Natur ist nicht statisch, sondern ein dynamisches System. Naturschutz ist kein Denkmalschutz, sondern muss mit Veränderungen wie dem Klimawandel umgehen. Neben dem klassischen Artenschutz müssen Boden- und Gewässerschutz stärker in einem Gesamtzusammenhang betrachtet werden.

Naturschutz ist kein Luxus, den wir uns leisten, wenn die Ernte gut war. Naturschutz ist der Schutz auch unserer physischen  Lebensgrundlagen. Deswegen ist es ein „hartes“ Thema. Wir brauchen eine zivilgesellschaftliche Bewegung, um den Verlust von immer mehr Arten und Lebensräumen aufzuhalten.

 

Beitrag I - Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Beitrag II - Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz: "Wo wollen wir mit dem Naturschutz in 2030 stehen?" 

Beitrag III - Prof. Dr. Tim Diekötter, CAU Kiel: "Möglichkeiten und Grenzen des bewahrenden Naturschutzes"

Beitrag IV - Dr. Norbert Röder, von Thünen Institut: "Möglichkeiten und Grenzen des bewahrenden Naturschutzes"

Beitrag V - Dr. Petra Krings, Berlin: "Die Lobby für Natur stärken - strategische Anmerkungen"

Beitrag VI - Prof. Dr. Czybulka, Uni Rostock: "Der Ökosystemansatz als Managementprinzip des Naturschutzes"

Beitrag VII - Dr. Helge Neumann, DVL: "Biodiversitätsbewertung landwirtschaftlicher Betriebe als Grundlage für zukünftige Agrarzahlungen

Beitrag VIII - Konstantin Kreiser, NaBu: "Zukunft der EU-Naturschutzfinanzierung"

Diskussion

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