Nachlese zur Veranstaltung „Schleswig-Holstein summt und brummt“ am 28. April 2015

28.03.2015

Die Biene ist eines der wichtigsten Nutztiere für uns Menschen. Ohne ihre Bestäubungsleistung könnten wir unsere Tische nicht mit Apfelkompott, Tomaten-Suppe, Marzipan und – natürlich – Honig decken. Denn Bienen bestäuben etwa 80% der landwirtschaftlichen Nutz- und auch Wildpflanzen, sie tragen somit entscheidend zu unserer Lebensmittelversorgung bei.

Doch leider sorgen wir gleichermaßen dafür, dass der Tisch für die Bienen immer schlechter gedeckt ist. Eine ausgeräumte Landschaft, Monokulturen und der flächendeckende Einsatz von Pestiziden schwächen die Bienen und sie werden durch die Varroa-Milbe befallen. So sterben weltweit und auch in Deutschland jedes Jahr viele Bienenvölker, ohne dass ihre Leistungen für uns Menschen ersetzt werden könnten.

Honig-Gläser auf einem Tisch beim Buffet der Veranstaltung

Die Leistungen der Bienen für uns Menschen gehen über die Produktion von Honig hinaus – etwa 80% aller landwirtschaftlichen Nutz- und auch der Wildpflanzen werden von Bienen bestäubt.

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Marlies Fritzen fanden sich im Landtag rund 80 Bienen-Freunde und Freundinnen ein. Sie diskutierten unter dem Titel „Schleswig-Holstein summt und brummt“ über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen, Hummeln und anderen bestäubenden Insekten.

Marlies Fritzen eröffnete die Veranstaltung

Marlies Fritzen eröffnet die Veranstaltung mit etwa 80 fachkundigen TeilnehmerInnen.

Durch ein vorab serviertes Honig-Menü gut gestärkt und bestens gelaunt, lauschten die TeilnehmerInnen der Eröffnungsrede von Marlies Fritzen und den anschließenden Vorträgen der fachkundigen ReferentInnen.

Der Forderung nach einem schleunigen Verbot für die Pestizid-Inhaltsstoffe Neonicotinoide und Fipronil widersprach keiner der Anwesenden. Ausgestreckte Rüssel und unkontrollierte Zuckungen der Bienen sind typische Vergiftungserscheinungen –  die Folgen einer steten Reizüberflutung der Synapsen. Die Bienen sterben entweder direkt oder sie verhungern elendig. Die Zulassung von Pestiziden müsste insgesamt verschärft werden, so Susan Haffmans vom Pestizid-Aktions-Netzwerk.

Auch die Art und Weise unserer Landnutzung sollte sich ändern. Verzicht auf Monokulturen und extensiv genutzte Landschaftselemente für bunte Blumen und viel Nektar – das ganze Jahr über und nicht nur zur Rapsblüte. Dies freut nicht nur die Bienen, sondern ist gleichzeitig eine Augenweide für uns Menschen. Neben dem Nahrungsangebot sind in der ausgeräumten Landschaft auch die Nistmöglichkeiten rar. Bienen-Hotels können hierbei nur bedingt Abhilfe schaffen. Der Erhalt natürlicher Nistmöglichkeiten wie etwa verfilztem Rasen, Tot-Holz oder unberührten Steilküsten sollte im Vordergrund stehen.

Birte Pankau vom BUND stellte unter anderem den Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ vor.

Birte Pankau stellte unter anderem den Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ vor. Nicht nur in landwirtschaftlichen Gebieten, auch in Städten und Dörfern lässt sich viel für Bienen tun.

Es gibt bereits Ansätze eine bienenfreundlichere Landnutzung zu etablieren. So erfüllt der ökologische Landbau bereits sehr viele Kriterien einer bienenfreundlichen Landwirtschaft. Auch Natur- und Landschaftsschutzgebiete leisten einen Beitrag, insbesondere zum Erhalt sensibler Habitate für besonders bedrohte Arten. Tatsächlich können auch Städte und Kommunen einen Beitrag leisten, wie der Bienenaktionsplan der Landeshauptstadt Kiel und der Wettbewerb des BUND „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ beweisen.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion kam auch die Sprache auf die europäische Agrarpolitik.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion kam auch die Sprache auf die europäische Agrarpolitik. Die Verteilung der Mittel muss sich zukünftig noch stärker an erbrachten öffentlichen Leistungen orientieren, wozu auch das Kriterium der „Bienenfreundlichkeit“ durch den Verzicht auf Pestizide, weite Fruchtfolgen und den Erhalt von Landschaftselementen gehört.

Wir werden das Thema weiter begleiten und uns für ein bienenfreundliches Schleswig-Holstein einsetzen, ein Land das „summt und brummt“.

Die Vorträge der ReferentInnen stellen wir Ihnen nach und nach zum Abruf bereit:

1. Susan Haffmans (Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.)
2. Helge Neumann (Artenagentur SH)
3. Dr. Christian Dolnik (Stiftung Naturschutz)
4. Birte Pankau (BUND)
5. Norbert Voigt (SH-Heimatbund)

Abgeordnete:
Abgelegt in:

Kommentar hinzufügen

Anmelden um Kommentare zu schreiben

Marlies Fritzen

Stellvertretende Landtagspräsidentin

Umwelt- und Naturschutz

Kultur

SCHÜLER HELFEN LEBEN
Grüne Kochen - Lieblingsrezepte und Politisches der Grünen Landtagsabgeordneten
Gut.Grün.Gemacht
Anträge in Leichter Sprache
Banner: Die Klima-Uhr
Weiter