Agrar- und Ernährungswende

Schleswig-Holstein ist landwirtschaftlich geprägt. Der Anteil an Klimaemissionen aus der Landwirtschaft ist mit 20 Prozent überdurchschnittlich hoch (im Verkehrssektor 22 Prozent CO2-Emissionen).

Grundsätzlich liegt es in der Natur der Lebensmittelerzeugung und in ihrer ganzen Vielfalt, dass Klimagase entstehen. Durch Maßnahmen wie Humusaufbau und Humuserhalt sowie Aufforstung statt Abholzung kann in der Gesamtbilanz aber dennoch Klimaneutralität erreicht werden.

Als Leitbild für eine Landwirtschaft der Zukunft sehen wir deshalb den ökologischen Landbau. Zwar gibt es – wie überall in der Betriebswirtschaft – auch hier Vor- und Nachteile, dennoch ist eine ökologische Bewirtschaftung unserer Flächen eindeutig klimafreundlicher als eine klassische, konventionelle Landwirtschaft.

Der Flächenanteil ökologischer Landwirtschaftsbetriebe in Schleswig-Holstein ist zwar bereits von 3,5 Prozent Flächenanteil in 2012 auf 6 Prozent in 2018 gestiegen. Unser nächstes Ziel ist es, mindestens den Bundesdurchschnitt zu erreichen, der zurzeit bei knapp 9 Prozent liegt. Deswegen fördern wir die Umstellung auf sowie die Beibehaltung von ökologischer Landwirtschaft wie auch das Netzwerk „Ökolandbau“.

Darüber hinaus bedarf es aber auch einer grundsätzlichen Veränderung unserer Lebensgewohnheiten, vor allem hinsichtlich unseres Fleischkonsums.

Eine angepasste, artgerechte und auf die uns hier zur Verfügung stehenden Flächen ausgestaltete Tierhaltung würde Stickstoffüberschüsse reduzieren und damit das Entstehen von klimaschädlichen Lachgasemissionen verringern.

Gut zu wissen: Die Lachgasemissionen sind in Schleswig-Holstein von 1990 bis 2016 um 1,8 Prozent angestiegen, während sie im gleichen Zeitraum im Bund zurückgegangen sind. Lachgas ist aber im Vergleich zu CO2 rund 300-mal klimaschädlicher.

Der entscheidende Hebel zur Begrenzung des Stickstoffdüngereinsatzes ist aber nach wie vor die Düngeverordnung des Bundes, die endlich so gefasst werden muss, dass sie den Vorgaben der seit fast 30 Jahren existierenden EU-Nitratrichtlinie voll entspricht. Auf Landesebene haben wir bereits die Gewässerschutzberatung ausgebaut und die Kontrollen des Düngerechtes verstärkt.

Wir Grüne stehen deshalb für eine an die Fläche angepasste, artgerechte Tierhaltung sowie eine ökologische Landwirtschaft. Die Massentierhaltung sehen wir hingegen kritisch, denn sie nützt allein denen, die daraus Gewinne erwirtschaften. Fleischqualität, Tierwohl und Klimaschutz stehen der Massentierhaltung entgegen.

Weitere Interessante Informationen finden sich im Fleisch-Atlas der Heinrich Böll Stiftung.

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