Auf dem Weg zur Bildungskonferenz in Kiel

Samstag früh – auf dem Weg zur Bildungskonferenz in Kiel: Draußen schneit es und ich bin nervös. Dieser Bildungsprozess ist Neuland und zwei Tage vor der Konferenz hatte es noch mal richtig Zoff im Landtag um die Bildungspolitik gegeben – also: nicht ohne Wagnis.

Nach und nach strömen 170 Leute in den Schulneubau in Kiel-Gaarden und es geht mir gleich besser: Viele Menschen, denen ich in den letzten Jahren das Glück hatte zu begegnen sind da. Menschen, von denen ich eine Menge gelernt habe, seit ich im Landtag bin: engagierte Elternvertretungen, kundige und erfahrene Lehrkräfte, SchülerInnen, die für ihre Sache eintreten, Expertinnen von Kita bis zur Uni, „Urgesteine“, aber auch Menschen, die das erste Mal dabei sind.  

Genau darum geht es, denke ich: Wir müssen die Bildungsinteressierten, die Schulerneuerer, die Praktikerinnen und Experten, die viele verschiedenen Perspektiven zusammenbringen: 170 mal eins – in diesem Fall ist das viel mehr als 170! Gerade die gegensätzlichen Meinungen, gerade der differenzierte Blick bringt immer wieder wichtige Details dazu. Hier im Raum steckt so viel „Power“. Und das ist, wenn es um unsere Bildung geht, ja nur die Spitze des Eisberges – noch viel, viel mehr Menschen sind im ganzen Land engagiert.

Nachmittags werden Meinungsbilder im Plenum über Empfehlungen zum neuen Schulgesetz für 2014/15 erhoben. Im Parlament fliegen regelmäßig die Fetzen – ich bin überrascht, wie breit die Mehrheiten hier sind. Umwandlung von Regional- in Gemeinschaftsschulen zum Schuljahr 2014: Keine Gegenstimme. Keine abschlussbezogenen Klassen in Gemeinschaftsschulen: Nur eine kleine Minderheit ist dagegen. Selbst der Grundsatz von G8 an Gymnasien und G9-Gemeinschaftsschulen findet eine deutliche Mehrheit. Aber: Hier sind die Gegenstimmen am deutlichsten.

Meine Nervosität, sie ist verschwunden und ich habe einen dicken Glückshormonschub und ich pfeife auf den Winter!

Es ist, wie ich gehofft habe: Im Prinzip gibt es seit dem Schulgesetz der Großen Koalition 2007 einen breiten und tragfähigen Kompromiss – und dadurch, dass seitdem überall im Lande neue Gemeinschaftsschulen entstehen, ist er greifbar. Und er ist nicht der Untergang des Abendlandes, sondern vor Ort oft eine echte Chance! Die Fronten haben sich aufgeweicht, viele Unionpolitiker stehen zu „ihren“ Gemeinschaftsschulen.

Das Getöse der Opposition im Landtag entpuppte sich auf der Bildungskonferenz als Sturm im Wasserglas. Viele Punkte sind breit getragen! Die Schulreform der großen Koalition kann eine gute Grundlage sein, um dieses Schulgesetz zukunftsfest für die nächsten zehn Jahre zu machen – gemeinsam mit den Akteuren. Das ist der richtige Weg.

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