Steuern sind kein Fluch

In der Weihnachtszeit haben wir den Gazetten entnommen, dass Gerard Depardieu die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat. So will er der Reichensteuer in Frankreich entgehen.

Er habe Frankreich schon 40 Millionen Euro Steuern gezahlt, nun sei Schluss, argumentiert Depardieu. Das ist sehr viel Geld. Wenn man sich jedoch klarmacht, dass er mindestens ebenso viel verdient hat, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

Die Schere zwischen armer und reicher Bevölkerung geht immer weiter auseinander. In ganz Europa, auch in Deutschland. Vermögenssteuern, Vermögensabgaben, Einkommenssteuern helfen nur begrenzt,. Aber trotzdem ist es notwendig auch in Deutschland anzuhaben.  Auch in Deutschland setzten sich Reiche ab, aber es gibt auch solche, die hier bleiben und freiwillig mehr Steuern zahlen wollen.

Wir brauchen einen Konsens darüber, dass wir eine gemeinsame Verantwortung für dieses Land und für das Gemeinwohl tragen. Ein Verständnis dafür, dass es nicht wirklich tragisch ist, wenn einem von jährlich 10 Millionen Einnahmen nur noch 5 Millionen zur freien Verfügung bleiben.

Natürlich muss Mensch für seine Leistung auch belohnt werden, aber hat Gerard Depardieu wirklich so viel härter gearbeitet als die Putzfrau, die sein Apartment sauber macht, die Altenpflegerin, die ihn demnächst durch Moskaus Straßen schiebt oder der Wachmann, der seine Euros bewachen muss?

Öffentliche Gelder müssen sorgsam ausgegeben werden und so angelegt werden, dass zum Beispiel bei uns alle Kinder die gleichen Entwicklungschancen haben. Vielleicht überzeugt man dann auch Menschen, dass Steuern kein Fluch sondern Gerechtigkeitsgelder sind. Politik kann mit Mehrheiten die Gesetze ändern. Das Umdenken muss aber in den Köpfen aller stattfinden.

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