Keine Enttäuschung nach der Wahl – meine Wahlstation in der Grünen Landtagsfraktion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spannende Stationen sind schnell vorbei – so wie diese hier. Gegen Ende der Juristenausbildung erhalten wir Referendare Gelegenheit, uns in der Wahlstation wesentlich freier als bisher eine Station auch jenseits der klassischen Berufsfelder Staatsanwaltschaft, Kanzlei und Gericht zu suchen. Was also tun mit so viel Wahlfreiheit?

Einen Wahlstation-O-Maten habe ich bei meiner Stationsauswahl nicht vermisst, denn ich wollte gern einen der interessanten Arbeitsbereiche erkunden, die in der Ausbildung eher stiefmütterlich behandelt werden. Nachdem ich schon Gelegenheit hatte, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sowie die Rechtsabteilung eines Wirtschaftsunternehmens kennenzulernen, galt es nun die verheißungsvolle Chance auf einen weiteren Blick über den Tellerrand zu nutzen.

Gesetze hatte ich zuvor eher als statisch wahrgenommen, gesetztes Recht eben, welches man anwendet. Dabei gibt es hier so einiges zu entdecken. Wie genau arbeitet das Parlament? Warum hat sich der Gesetzgeber für genau diese Formulierung entschieden? Dürfte ich kurz die Perspektive wechseln und mir den Gesetzgebungsprozess live und aus nächster Nähe ansehen?

Die Justiziarin Nina Schneider und der Abgeordnete Burkhard Peters setzten ihr Kreuzchen bei „Ja“ und gewährten mir so einen erfreulich umfassenden Einblick in die parlamentarische und landespolitische Arbeit der Grünen Fraktion – und das, obwohl ich selbst kein Mitglied bei den Grünen bin. Ich finde es toll, dass eine Parteimitgliedschaft nicht vorausgesetzt wird. Ich nahm etwa an intra- und interfraktionellen Sitzungen sowie an Ausschuss- und Plenarsitzungen des Landtags teil, bearbeitete verschiedene Gesetzesentwürfe und durfte Entwürfe von Anträgen, Abgeordnetenbriefen und sogar einer Parlamentsrede fertigen.

Toll fand ich, dass ich sogar Themenwünsche einbringen durfte. Besonders spektakulär während meiner Stationszeit war das große Medieninteresse an der Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt Lübeck an Heiligabend 2014, die auch Gegenstand manch hitziger Debatte im Innen- und Rechtsausschuss sowie einer Fragestunde im Landtag war.

Wie sieht es denn nun aus mit den Wahlversprechen? Die Grünen hielten, was ich mir von der Station versprochen hatte. Gerade zu Stationsbeginn war die schiere Fülle an aktuellen Themen etwas herausfordernd, aber das bedeutete natürlich auch große Abwechslung. Zu meinen Ausarbeitungen erhielt ich stets konstruktives Feedback von Nina Schneider und Burkhard Peters, die mich sehr gut betreuten und die sich stets Zeit für mich nahmen.

Von Reue also keine Spur, die Grüne Fraktion war für mich eine gute Wahl. Abgerundet wurde die Zeit durch liebe und kurzweilige Kolleginnen und Kollegen, die mit mir das Büro, ab und an einen Musikwunsch und einen bei jedem Wetter unglaublich tollen Blick auf die Kieler Förde geteilt haben.

 

Hauke Weber war Anfang des Jahres Rechtsreferendar in der Grünen Landtagsfraktion. Wir Wünschen Ihm bei den anstehenden Prüfungen und auf seinem weiteren Werdegang alles Gute!

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