Der Grüne Weg zur Zu(g)kunft: Netz25+

 

Die Grüne Landtagsfraktion hat eine neue Strategie „Netz25+“ für Zug und Bus in Schleswig-Holstein entwickelt. Das Hamburg Institut hat dieses gutachterlich begleitet.

Demographischer Wandel, Klimaschutzgipfel, Dieselgate und Ressourcenknappheit: Globale Einflüsse steigern die Anforderungen an unser lokales Handeln. Schleswig-Holstein steht zu Recht für eine erfolgreiche Energiewende, insbesondere für regenerative Stromerzeugung. Industrie und private Haushalte senken Emissionen und Ressourcenverbrauch, während sie im Verkehr weiter ansteigen. Die Erfolge einer ganzheitlichen Energiewende müssen auf den Verkehrssektor übertragen werden. Nur mit einer grundlegenden Verkehrswende kann Klimaschutz verwirklicht werden.

Eine wachsende Zahl von Menschen verzichtet auf ein eigenes Auto oder muss es tun. Trotzdem wollen sie auch auf dem Land leben und mobil sein. Die sich wandelnde Gesellschaft erfordert neue Wege in der Verkehrspolitik. Für sie muss es Angebote geben. Dank der Steigerung der Regionalisierungsmittel um 300 Mio.Euro in den nächsten zehn Jahren und der Kostendeckelung bei den Schieneninfrastrukturkosten besteht jetzt die Möglichkeit, gezielt in die Zukunft zu investieren. Dazu haben wir unsere Strategie Netz25+ entwickelt, um mit Innovationen im Umweltverbund aus Zug und Bus mit Fahrrad, zu Fuß und Pkw in Zukunft nachhaltig mobil zu sein.

Die Schlagworte von Netz25+ sind: Elektrifizierung des Schienenverkehrs, Energiewende im Verkehr, Sektorenkopplung, Starke Linien und flexible Bedienung sowie ein Tarif für den ganzen Norden.

 

1. Elektrifizierung des Schienenverkehrs

Alleine die Marschbahn verbraucht 28 Mio.Liter Diesel im Jahr und produziert 74.000 t Treibhausgas. Mit unserem Konzept der Elektrifizierung unter Einsatz von Strom aus SchleswigHolstein können wir den Treibhausgasausstoß auf nahezu null senken. Teurer Dieselkraftstoff wird eingespart. E-Züge fahren leiser, schneller, besser und billiger. Die eingesparten Mittel ermöglichen mehr Zugfahrten und Streckenreaktivierungen. Unser Ziel ist, den Anteil der mit Oberleitung elektrifizierten Strecken zu verdoppeln. Statt heute 30 Prozent sollen es 60 Prozent werden, wie es im Bundesgebiet Standard ist. Oberleitungen lohnen sich nur auf stark befahrenen Strecken. Wir wollen für die verbleibenden 40 Prozent der Strecken ohne Oberleitung Fahrzeuge anschaffen, die mit Akkumulatoren oder Wasserstoffbrennstoffzellen elektrisch fahren. Dafür wollen wir einen Landesfonds schaffen und in den nächsten zehn Jahren mit 100 Mio.Euro ausstatten.

2. Starke Linien – Flexible Bedienung

Das Land ist flächendeckend erschlossen, aber vielerorts fehlt ein attraktiver Nahverkehr. Dort schlängeln sich Busse langsam durch die Orte. Lange Fahrzeiten und seltene Bedienung verfehlen die Mobilitätsbedarfe. Wir wollen ein landesweites Netz „starker Linien“, auf denen Züge und Busse mit Takt und Tempo das Land schnell und regelmäßig alle halbe Stunde verbinden. Zubringer binden dann die Orte abseits der „Starken Linien“ an. Sie fahren auf Wunsch der Menschen zur Haustür und immer, wann sie ihn brauchen. Das sind sowohl Linienbusse, Taxen, Anrufsammeltaxen und Bürgerbusse, aber auch PKW und Fahrräder. Hierfür brauchen wir an den Knoten Abstellmöglichkeiten und die leichtere Fahrradmitnahme. Jeder Ort entwickelt die jeweils beste Variante seines Zubringers. In Infrastruktur und Angebote wollen wir in den nächsten zehn Jahren 100 Mio. Euro investieren.

3. Mehr Geld für kommunalen Verkehr

Elektrifizierung & Starke Linien steigern die Effizienz. Trotzdem brauchen gerade kommunale Busverkehre weitere Gelder. Steuern, Abgaben, Beiträge können schon heute kommunale Verkehre finanzieren. Weitere Instrumente müssen folgen, zum Beispiel durch Möglichkeiten im Kommunalen Abgabengesetzes wie bei der gerade ermöglichten Tourismusabgabe. Unsere Vision ist der kostenlose Nahverkehr. Wir unterstützen die Kommunen mit Fachkompetenz der NAH.SH u. 50 Mio.Euro in den nächsten zehn Jahren.

4. Ein Norden - Ein Tarif

Verschiedene Fahrgastgruppen brauchen passgenaue Angebote. Zuerst ein landesweites Semesterticket und das 9 Uhr-Ticket. Wir wollen den Einstieg in Solidartickets und den kostenlosen Nahverkehr. Der NordTarif soll den komplizierten und ungerechten Tarifdschungel lichten. Einfach,transparent, gerecht und für alle erschwinglich. So bringen wir die Bedürfnisse von Metropolen und ländlichen Räume zusammen. Hierfür werden wir in den nächsten zehn Jahren 50 Mio. Euro bereitstellen.

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