Fachgespräch zum geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel

von Bernd Voß und Josefine Möller, Regionalmitarbeiterin

Die Pläne für den Bau eines Terminals für Flüssigerdgas, songenanntes LNG, in Brunsbüttel finden viel Unterstützung in politischen Kreisen. Gleichzeitig macht ein offener Brief von Umweltorganisationen den Klärungsbedarf in vielen Detailfragen deutlich. Bernd Voß, energiepolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, hat am Montag, den 19. November Befürworter*innen und Kritiker*innen des Projektes ins Landeshaus eingeladen.

Katja Freitag von 'German LNG' betonte die Chancen für die Luftreinhaltung, Lärmschutz, Arbeitsplätze und Diversifizierung der Herkünfte auf dem deutschen Gasmarkt. Perspektivisch könne auch synthetisches LNG auf Basis von erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Das Terminal stelle eine Infrastrukur dar, die vielseitig genutzt werden kann und vor allem privatwirtschaftlich getragen wird. Andy Gheorghiu von 'food and water europe' verdeutlichte die Dringlichkeit der Redkution von Treibhausgasen in unserer Wirtschaft. Erdgas sei noch immer ein fossiler Treibstoff. Zudem würden bei der Förderung und Verbrennung von Erdgas unbekannt hohe Mengen Methan frei, ein vielfach schädlicheres Treibhausgas als CO2.

Diskutiert wurde auch, ob beispielsweise in der Schifffahrt der Einsatz von grünem Wasserstoff nicht effizienter und umweltfreundlicher sei. Die Entscheidung für eine Infrastruktur dürfe nicht dazu führen, dass effizientere Technologien ausgebremst werden. Tobias Goldschmidt, Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Energiewendeministerium, betonte, dass eine Reform der Strompreisbestandteile auf Bundesebene grünen Wasserstoff wirtschaftlich machen könnte. Vor allem brauche man für die Herstellung von umweltfreundlichen Treibstoffen einen deutlich stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die Frage, ob und wie lange LNG eine Brückentechnologie auf dem Weg zum vollständigen Ausstieg aus klimaschädlichen Energieträgern sein kann, wird Grüne, Bürger*inneninitiativen und die Wirtschaft noch weiter beschäftigen. Das Fachgespräch war ein guter Auftakt für einen konstruktiven Dialog.

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