Photovoltaik in der Freifläche ist Win Win Win-Situation - Ausbau von 500 MW zeitnah erforderlich

Autor*in: 

Holger Busche und Josefine Möller

Der Strombedarf wird im Zuge der Energiewende steigen, so dass ein Ausbau der erneuerbaren Energien dringend notwendig ist. Klimaneutral mobil werden und die Wohnungen warm behalten: Insbesondere wer "Wasserstoff" sagt, muss umso mehr "Ja" zum wirksamen und erforderlichen Ausbau der erneuerbaren Energien sagen. Während in Schleswig-Holstein am Ausbau der Windkraft an Land gearbeitet wird, ist ein großes Potential für saubere Energie für die Solarenergie (PV = Photovoltaik) noch nicht erschlossen. Die technische  Entwicklung wie die von Windenergie haben dafür gesorgt, dass diese beiden erneuerbaren Energiequellen die Preisbrecher in diesem Bereich sind. Bundesweit ist etwa eine Vervierfachung der heute installierten Leistung an erneuerbaren Energien insgesamt erforderlich, um die Klimaschutzziele in allen Sektoren zu erreichen.

 

Für Photovoltaik auf Dächern müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit auch diese Flächen mehr genutzt werden. Es ist aber deutlich, dass wir auch das entscheidende Potential zeitnah nutzen müssen, die Photovoltaik in der Freifläche bietet. Um die Klimaziele zu erreichen, wird neben dem Ausbau an Dach und Gebäuden ein jährlicher Zubau von 500 MW erforderlich sein. Bei der Installation der emissionsfreien Technologie müssen allerdings einige Rahmenbedingungen festgelegt werden. Flächen sind knapp und die ökologischen Anforderungen an deren Nutzung sind hoch. So erzielen Photovoltaik-Freiflächen auch bei uns einen hohen energetischen Wirkungsgrad.

 

Insbesondere der mögliche positive, ökologische Effekt, den fachgerecht gebaute Anlagen für die Böden, Vegetation und Tierwelt bieten können, sollte bei Errichtung der Anlagen beachtet werden. Eine angepasste landwirtschaftliche Nutzung kann zum Beispiel durch Weiden für Schafe sehr positive Umweltwirkungen haben. Durch den Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutz, die Durchwurzelung  und Beschattung werden bei der richtigen Modulanordnung, Zäunung und Pflege auch ökologische Wertigkeit  geschaffen. So kann Photovoltaik in der Freifläche zu einer Win-Win-Win-Situation für Ökologie, Ökonomie und der Energiewende werden. Ähnliche Effekte gelten für die Solarthermie, die auf siedlungsnahen Standorten fossile Heizstoffe ersetzen kann.

 

Was steht an, damit ein erfolgreicher Ausbau:

- Sonnenenergie ist bei 52GW Leistung durch das EEG gedeckelt. Wir liegen in Deutschland bei 50GW. Der Deckel des Bundes must schleunigst weg, sonst bricht in den kommenden Monaten der erforderliche Zubau zusammen. Zudem brauchen wir für die Planung und den Bau einen Leitfaden für die gute fachliche Praxis. Das kann insbesondere für die Kommunen und genehmigenden Behörden hilfreiche Orientierung in der relativ neuen Materie sein.

- Eingrünung, Anordnung der Anlagen, Nutzung des Bodens und ökologische Elemente können zusammen den Nutzen für Umwelt und Klimaschutz weiter steigen lassen.

 

Es diskutierten unter der Leitung von Ingrid Nestle, MdB, energiepolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion. Gastgeber war Bernd Voß, MdL, Sprecher für Klimaschutz und Energiepolitik der Grünen Landtagsfraktion.

  • Dr. Fabian Faller, Landesverband Erneuerbare Energien
  • René Nissen – Wattmanufactur GmbH & Co KG
  • Dipl. Biol. Rolf Peschel – Der Projektpate
  • Dr. Tim Peschel – Peschel Ökologie & Umwelt
  • Carl Heinz Christiansen - BUND Schleswig-Holstein
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