Hochschule & Wissenschaft

An unseren Hochschulen entstehen Ideen, die die Welt von morgen braucht. Deshalb sind die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Schleswig-Holstein entscheidend für die Zukunft unseres Landes. Sie fordern zu Recht mehr Kooperation, Unterstützung und Planungssicherheit von Seiten der Landesregierung ein. Wir werden sie ihnen geben!

Wir wollen mit ihnen darüber sprechen, wie wir den Studienstandort Schleswig-Holstein attraktiver gestalten können, die Folgen des demografischen Wandels besser in die langfristigen Planungen einbeziehen und die Stärken des Wissenschaftsstandortes weiter ausbauen können.

Schleswig-Holsteins Hochschulen sind unterfinanziert

Es ist wichtig, die Unterfinanzierung der Hochschulen anzuerkennen und sie schrittweise abzubauen. Weitere Kürzungen sowie Studiengebühren lehnen wir ab, denn niemand darf die Hochschulbildung aus finanziellen Gründen verwehrt werden.

Um den steigenden Studierendenzahlen gerecht zu werden, müssen neue Studienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 geschaffen werden. Zum Studieren gehört aber auch die soziale Infrastruktur – im bundesweiten Vergleich stellt Schleswig-Holstein unterdurchschnittlich wenig studentischen Wohnraum zur Verfügung. Das Land muss das Studentenwerk Schleswig-Holstein bei der Schaffung studentischer Wohnräume unterstützen.

Autonome Hochschulen gestalten

Der Übergang vom Bachelor zum Master muss offen gestaltet werden, sodass jeder Bachelor-Absolvent Anspruch auf einen Master-Studienplatz hat. Durch Beratung, Unterstützung und auch der Verbesserung der Lehrqualität soll die Zahl der Studienabbrecher verringert werden. Die Zielvereinbarungen zwischen Landesregierung und Universität müssen überarbeitet werden, um die Vereinbarkeit von Studium und Famlie, Diversity-Apsekte sowie eine Internationalisierung des Studiums als Bestandteil aufzunehmen. Ziel ist allerdings die größtmögliche Autonomie der Hochschulen verbunden mit einer sinnvollen Steuerung.

Geselllschafts- wie arbeitsmarktpolitisch ist eine weitere Öffnung der Hochschulen beispielsweise für QuereinsteigerInnen, Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund notwendig – deshalb soll auch dies in die Zielvereinbarung mit aufgenommen werden.

Demokratie und Gleichberechtigung

Der Universitätsrat muss abgeschafft werden und die Universitäten sollen die Möglichkeit bekommen, Hochschulräte einzuführen. Im Zusammenhang mit der Neuordnung der Leitungsstrukturen der Hochschulen soll, soweit verfassungskonform möglich, die Drittelparität wieder eingeführt werden, denn gute Hochschulen können nur gelingen, wenn alle Statusgruppen demokratisch beteiligt werden.

Gleichzeitig wollen wir den Frauenanteil im Hochschulpersonal erhöhen und dafür entsprechende Vorgaben sowohl in die Zielvereinbarungen einbringen als auch an die Mittelvergabe koppeln. Ziel ist ein Frauenanteil von 50% der an der Hochschule lehrenden W§-Professuren.

Forschung und Lehre als gleichwertige Säulen

Wissenschaft und Forschung entscheiden mit über die Zukunft unseres Landes, über Wohlstand, soziale und ökologische Standards, über Gesundheit und Lebensqualität. Deshalb muss die von der Verfassung garantierte Freiheit der Wissenschaft gesichert werden.

Die zunehmend prekären Arbeitsverhältnisse im Wissenschaftsbereich werden wir überprüfen und die Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern. Wir setzen uns für verlässliche Arbeitsbedingungen und vermehrte Dauerbeschäftigungen im wissenschaftlichen Dienst ein.