Im Fokus: Klimaschutz

Klarer Kurs für den Klimaschutz im Norden

Waldbrände, Dürresommer und Hochwasser zeigen- der Klimawandel hat bereits begonnen. Das begreifen hoffentlich bald auch diejenigen, die vor den dringlichen Mahnungen der Klimaforscher*innen bisher noch den Kopf in den Sand stecken. Höchste Zeit, den Klimaschutz anzupacken. Die Klimaziele müssen uns Richtschnur des Handels in allen Politikbereichen werden. Sonst droht uns im Land zwischen den Meeren „Land unter“ –im wahrsten Wortsinn.

Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen tritt nicht erst seit gestern mit Nachdruck für den Klimaschutz ein. In der Küstenkoalition haben wir ein Energiewendeministerium geschaffen und ein Energiewende- und Klimaschutzgesetz für Schleswig-Holstein beschlossen. Über den Fortschritt wird dem Landtag einmal jährlich berichtet.

Wir freuen uns über die Aktivitäten von Fridays for Future und anderen Klimaschutzinitiativen. Das Erstarken der Bewegung für den Klimaschutz verschafft diesem existentiell wichtigen Anliegen die Aufmerksamkeit, die es braucht. Die Rettung des Klimas ist eine Mammutaufgabe, für die uns nicht mehr viel Zeit bleibt. Sie wird neben einer Energie- und Verkehrswende den Umbau vieler weiterer Lebensbereiche sowie Veränderungen in Lebensstil und Konsumverhalten erfordern. Dies kann nur funktionieren, wenn eine breite gesellschaftliche Mehrheit diese Entwicklung mitträgt. Klimaschutz ist nicht umsonst zu haben. Aber eines ist klar: Am teuersten sind die Maßnahmen, die nicht umgesetzt werden.

Von Jahr zu Jahr werden die Mahnungen seitens der Wissenschaft dringlicher. Auch an Handlungsempfehlungen für die Politik herrscht kein Mangel. Unter Expert*innen besteht große Übereinstimmung, wenn es um die Frage geht, was zu tun ist. Und zwar:

CO2–Steuer oder Emissionshandel

Glühbirne auf Rasen

Der Klimawandel verursacht schon jetzt enorme Kosten, die von der Gesellschaft insgesamt aufzubringen sind. Kosten durch direkte Schäden, zum Beispiel Ernteausfälle im Dürresommer, und Kosten für Anpassungsmaßnahmen, zum Beispiel höhere Deiche. Das Preisgefüge der Energieträger muss sich ändern, um wirtschaftliche Anreize für klimafreundliches Verhalten zu schaffen.

Ausbau der erneuerbaren Energien, Ausstieg aus der Kohle

Windkraft auf Sonnenblumenfeld

Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird auch deshalb gebremst, weil klimaschädlicher Kohlestrom die Netzte verstopft. Wir fordern den Bund auf, den Kohleausstieg endlich einzuleiten und bis Ende 2022 ein Viertel der Braunkohle- sowie ein Drittel der Steinkohlekapazitäten abzubauen.

Wärmewende voranbringen

Heizung

Die Hälfte der derzeit erzeugten Energie aus Kohle, Öl und Erdgas wird derzeit für die Erzeugung von Wärme benötigt. Investitionen in Wärmedämmung und innovative Heiztechnik sind deswegen nicht nur ein Gewinn für den Klimaschutz, sie senken auch die Energieverbrauchskosten, entlasten die Mieter*innen und rechnen sich am Ende auch für die Hauseigentümer*innen.

Verkehrswende – Weg vom Auto, hin zu Alternativen

Bahnhof Kiel

Wir brauchen daher eine starke Verkehrswende mit alternativen Antriebstechnologien, neuen Mobilitätskonzepten, aber vor allem mit einem anderen Mobilitätsverständnis. Dies ist insbesondere für den ländlichen Raum eine große Herausforderung. Hier wird der Individualverkehr auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Umso dringlicher ist es, dass alltagstaugliche und bezahlbare Elektrofahrzeuge sowie weitere Alternativen auf den Markt zu bringen.

Agrar- und Ernährungswende

Getreidefeld

Als Leitbild für eine Landwirtschaft der Zukunft sehen wir deshalb den ökologischen Landbau. Zwar gibt es – wie überall in der Betriebswirtschaft – auch hier Vor- und Nachteile, dennoch ist eine ökologische Bewirtschaftung unserer Flächen eindeutig klimafreundlicher als eine klassische, konventionelle Landwirtschaft.

Schutz und Regeneration von Mooren

Himmelmoor bei Quickborn

Moore speichern über lange Zeiträume Kohlenstoff, den sie zuvor als Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen haben. Bei Entwässerung der Moore schwinden die mächtigen Torfschichten und große Mengen anCO2werden freigesetzt. Entwässerte Moorböden nehmen in Schleswig-Holstein eine Fläche von rund 80.000 ha ein und sind mit etwa 2,3 Millionen Tonnen CO2–Äquivalenten ein erheblicher Faktor in der Klimabilanz.

Zukunft kann man lernen - Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zukunft kann man lernen - Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung ist der Ausgangspunkt für diese zukunftsfähige Gestaltung unserer Gesellschaft. Dazu gehört zum einen die Wissensvermittlung. Es muss über die Herausforderungen aufgeklärt und dafür sensibilisiert werden, auch um die notwendigen, demokratischen Mehrheiten für die Umsetzung von Maßnahmen zu gewinnen. Nur wenn wir um ein Problem wissen und die hohe Notwendigkeit zum Handeln erkennen, handeln wir auch.