Wir brauchen eine Markt- und Qualitätsstrategie, die BäuerInnen und Gesellschaft gleichermaßen nutzt

Zum heutigen Weltmilchtag sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Der heutige „internationale Tag der Milch“ ist für die MilchbäuerInnen kein Tag zum Feiern. Die Molkereien zahlen den MilcherzeugerInnen immer weniger für die kostbare Milch. Damit wird nicht nur die landwirtschaftliche Arbeit entwertet. Dies hat auch negative Folgen für Umwelt und Tierwohl.

Die Ursache für den Preisverfall liegt in einem Überangebot an Milch, das nur zu Niedrigpreisen auf außereuropäischen Exportmärkten abgesetzt wird. Es sorgt aber auch für schlechte Abschlüsse mit den Einzelhandelsketten innerhalb Deutschlands.

Eine Anpassung der Erzeugungsmenge an die Nachfrage der Märkte ist nur mit überbetrieblichen Instrumenten möglich. Wir haben daher im Zuge der letzten EU-Agrarreform Vorschläge für kurzfristige Kriseninstrumente auf EU-Ebene eingebracht. Flexibel und finanziert von der Branche, wirksam für BäuerInnen und VerbraucherInnen.

Der Bauernverband fordert die Erhöhung der staatlichen Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver, staatliche Liquiditätsfördermittel und Bürgschaften, sowie staatliche Maßnahmen zur Erhöhung der Exporte. Das sind Forderungen aus der agrarpolitischen Mottenkiste, die den BäuerInnen noch nie nachhaltig etwas gebracht haben. Das ist peinlich und Hohn.

Erst vor wenigen Wochen forderte der Bauernverband, dass sich der Staat möglichst rauszuhalten habe, nun diese Kehrtwende. Das ist Jammern über eine Krise, die selbst herbeigeführt wurde.

Bauernverband, europäische Milchindustrie und Bundesregierung haben unsere Vorschläge für die Einführung von kurzfristigen Instrumenten gegen Marktkrisen nicht umgesetzt. Nur damit den Exportmolkereien der billige Rohstoff Milch nicht ausgeht.

Was wir brauchen ist eine Markt- und Qualitätsstrategie, die BäuerInnen und Gesellschaft gleichermaßen nutzt.

Thema: 

AbgeordneteR: 

Grüne Partei SH
Anträge in Leichter Sprache
Parteiratsbericht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
FördeWind 2022/1 -> Hier klicken