Wir brauchen zeitnah verbindliche Reduktionsziele

Zur heutigen Beratung im Europaausschuss über den Entwurf der EU-Abfallrichtlinie sagt der europapolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

 

Der Vorschlag der Europäischen Kommission geht in vielen Bereichen nicht weit genug. Wir brauchen dringend EU-weite, ehrgeizige Ziele zur Abfallvermeidung. Zum Beispiel Lebensmittelabfälle: In der EU landen Jahr für Jahr pro Kopf rund 180 kg Lebensmittel im Abfall. Da muss gegengesteuert werden. Das Europäische Parlament fordert eine 30 prozentige Reduzierung bis 2025. Die Kommission nennt in ihrem Vorschlag gar kein Reduktionsziel sondern möchte die Mitgliedsstaaten lediglich zu einer Einschätzung der Vermeidungsmöglichkeiten verpflichten. Wir brauchen auch Vorgaben für mehr Recycling und Vermeidung von Abfällen statt Deponierung und Müllverbrennung. Es ist ein Unding, dass es erst ab 2030 verbindliche Reduktionsziele geben soll. Die Landesregierung sollte im Bundesrat auf eine kritische Stellungnahme zum EU-Vorschlag dringen.

 

Hierzu ergänzt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Marlies Fritzen:

Bei der Verwertung von Abfällen sind wir in Deutschland schon weiter als in vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten. Allerdings ist das vor allem auf die thermische Verwertung zurückzuführen. Von einer tatsächlichen Wiederverwertung und einer echten Kreislaufwirtschaft sind auch wir noch meilenweit entfernt. Ein wichtiger Baustein wäre ein fortschrittliches Wertstoffgesetz auf Bundesebene. Was die Bundesregierung bisher dazu vorgelegt hat, enttäuscht auf ganzer Linie. Schleswig-Holstein hat deshalb im Dezember gemeinsam mit anderen Bundesländern einen Entschließungsantrag für ein effizientes, ökologisches, verbraucherfreundliches und bürgernahes Wertstoffgesetz in den Bundesrat eingebracht.  Das begrüße ich sehr.

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