900 Ausbildungsplätze für die Altenpflege

Mehrmals im Jahr schwärmen in Schleswig-Holstein die Abgeordneten der Grünen Landtagsfraktion und die Landesvorsitzenden aus. Sie besuchen Einrichtungen vor Ort, um Grüne Politik ins Land zu tragen und sich mit den Menschen auszutauschen. Durch Gespräche vor Ort können wir erfahren, was wir nicht nur gut, sondern auch besser machen können.

Die Anzahl der Pflegebedürftigen Menschen nimmt auch in Schleswig-Holstein zu. Viele Menschen leben länger, so dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Für uns Grüne ist es wichtig, dass alle Menschen auch im Alter gut und gesund leben können. Das gilt auch dann, wenn sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Wir setzen uns dafür ein, dass gute Pflege mit einer guten Qualität auch in Zukunft gewährleistet ist.

Zur Grünen Ausschwärmwoche unter dem Motto Pflegeausbildung sagt die pflegepolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

„Pflege ist die Herausforderung unserer Zeit, sie geht uns alle an. Wir alle wünschen uns, dass wir oder unsere Angehörigen gut betreut und unterstützt werden, wenn wir oder sie Pflege brauchen. Aber das geht nicht ohne motivierte und qualifizierte Fachkräfte. Und davon haben wir nicht genug. Deshalb müssen wir die Pflegeausbildung stärken: durch moderne Ausbildungsinhalte, durch eine gebührenfreie Ausbildung, durch gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung und durch unsere gesellschaftliche Anerkennung.“


Hintergrund:

Immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein sind pflegebedürftig. Im Jahr 2011 gab es in Schleswig-Holstein rund 80.000 pflegebedürftige Menschen. 2013 waren es bereits 90.000 und in wenigen Jahren werden es 120.000 sein.

Die Verteilung der Pflegebedürftigen ist in Schleswig-Holstein regional sehr unterschiedlich.

Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen 2009 bis 2030 nach Kreisen

in Prozent

Segeberg

76,0

Stormarn

66,5

Pinneberg

66,4

Plön

64,2

Rendsburg-Eckernförde

63,5

Hzgt. Lauenburg

58,5

Schleswig-Flensburg

55,8

SH Durchschnittswert

53,8

Steinburg

49,7

Deutschland Durchschnittswert

47,4

Ostholstein

46,1

Nordfriesland

44,3

Dithmarschen

43,6

Flensburg

42,9

Neumünster

41,8

Kiel

33,6

Lübeck

30,7

 

Die Zahl der potentiell pflegenden Menschen nimmt aufgrund sinkender Geburtenzahlen ab. In Schleswig-Holstein werden bis zum Jahr 2030 rund 20.000 Pflegefachkräfte fehlen. Daher ist es wichtig, heute die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, um auch weiter gute Pflege zu ermöglichen.

Bundesweit werden 30 Prozent der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen versorgt. In Schleswig-Holstein sind es 40 Prozent. Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen wird von Angehörigen gepflegt.

Deshalb müssen wir die Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige stärken. In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten gibt es „Pflegestützpunkte“. das Land fördert diese gemeinsamen Beratungsangebote mit bis zu 50.000 Euro (zu einem Drittel), Kommunen und Krankenkassen teilen sich den Rest.

In Schleswig-Holstein haben wir besonders die Pflegeausbildung in den Blick genommen und einen dualen Pflegestudiengang an der Uni Lübeck eingerichtet sowie die Zahl der landesgeförderten Ausbildungsplätze in der Altenpflege stufenweise um 900 angehoben. Wir setzen uns für die flächendeckende Anwendung einer vereinfachten Pflegedokumentation ein und haben mit dem ersten Landespflegebericht die Grundlage für einen bedarfsorientierten Ausbau der Angebote gelegt.

Aber auch der Bund muss seinen Teil dazu tun, damit wir diese Herausforderung gemeinsam bestehen und gute Pflege eine Zukunft hat. Wir brauchen eine wirksame Qualitätsüberprüfung an Stelle des nutzlosen Pflege-TÜVs und verbindliche Standards für die Personalbemessung in der Pflege. Außerdem muss die Attraktivität des Pflegeberufes gesteigert und die Rahmenbedingungen für die Pflegeausbildung vereinheitlicht werden, ohne das Qualifizierung und Spezialisierung darunter leiden. Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung für ein Pflegeberufegesetz erfüllt dieses Ziel nicht. Hier muss dringend nachgebessert werden.

Insgesamt müssen sich die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in der Pflegebranche deutlich verbessern. Hierbei sind Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam gefordert.

Thema: 

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