Zur heutigen (28.06.18) Sitzung des Sozialausschusses, in dem über die Situation der Schlachthofarbeiter*innen in Kellinghusen beraten wurde, sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:
Werkverträge bei Subunternehmer*innen bieten nach wie vor ein Schlupfloch für prekäre Arbeitsverhältnisse. Selbst wenn eine faire Bezahlung durch den landesüblichen Mindestlohn über die EU-Entsenderichtlinie garantiert ist, so wird das Einkommen der Werktätigen durch unangemessene Mietzinsforderungen erheblich geschmälert. Die Lebensverhältnisse der Arbeiter*innen sind oft durch Überbelegung und massiven Sanierungstau der Wohnungen schlicht unwürdig.
Hinzu kommt, dass die Zuständigkeiten für diese Wohnverhältnisse oft nicht klar zuzuordnen sind. In vielen Fällen sind die Hauptmieter*innen der Wohnungen die Subunternehmer*innen, die die einzelnen Räume überteuert und an zu viele Menschen weitergeben.
In Schleswig-Holstein ist ein Branchendialog dringend erforderlich. In der Branchenvereinbarung der großen Schlachtunternehmen mit dem Bundeswirtschaftsministerium haben sich die Unternehmen verpflichtet, nicht nur in Fragen der Entlohnung, sondern auch in Fragen menschenwürdiger sozialer Bedingungen Verbesserung zu schaffen.
Unter prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen leiden nicht nur Mitarbeiter*innen der Fleischbranche, sondern auch in den Werften, im Logistikbereich und in anderen Branchen. Es ist höchste Zeit, diese unwürdigen Zustände abzuschaffen!
Fraktion SH



