"Sind Jungen die neuen Verlierer?"

Plietsch Jungen

"Sind Jungen die neuen Verlierer?". Zu diesem Thema haben wir vier Referenten eingeladen: Dr. Jürgen Budde von der Uni Halle-Wittenberg, Dr. Kurt Vanselow von der Uni Kiel, Dr. Lisa Dummer-Smoch von der Uni Kiel und Corinna Voigt-Kehlenbeck vom Gender-Institut Hamburg.

Mädchen sind plietsch, Jungen auch.

Schule muss sich verändern, damit keiner auf der Strecke bleibt.

 

 

 

Plietsch Jungen

Das ist eine der Antworten auf die Leitfrage unseres siebten bildungspolitischen Gesprächs: "Sind Jungen die neuen Verlierer?" So offen wie die Fragestellung, so vielfältig stellten sich die möglichen Erklärungsansätze dar. Die eine, einfache Lösung gab es am Ende nicht, aber eine Vielzahl konkreter Anregungen. Eines ist und bleibt jedoch klar, Schule muss sich verändern!.

"Wir wollten mit unserer Veranstaltung keine abschließende Lösung anbieten, das wäre auch weder möglich noch dem Problem angemessen gewesen. Wir haben zu einen spannungsgeladenen und kontroversen Dialog eingeladen. Die Veranstaltung sollte provozieren,denn wer um die Ecke denkt, kann innovative Ideen ernten. Das ist gelungen", fasste Angelika Birk das Grüne Veranstaltungskonzept zusammen.

 

 

 

Plietsch Jungen Budde

Dr. Jürgen Budde von der Uni Halle Wittenberg überzeugte mit einem Unterrichts-Projekt zur Selbstwahrnehmung von Jungen und Mädchen. Die vorgestellten Plakate der Schüler und Schülerinnen machten bildhaft deutlich, dass sich traditionelle gesellschaftliche Rollenbilder nach wie vor verstetigen – aus Zuschreibung von außen wird eigene Wahrnehmung von innen. Budde sprach sich für eine Entdramatisierung der Geschlechterfrage aus, für mehr Abstand zu Jungenrollen und Mädchenbildern. Besserer Unterricht braucht mehr Individualität.

 

 

 

Plietsch Jungen Gender

Dr. Corinna Voigt-Kehlenbeck vom Gender Institut Hamburg wandte den Blick gezielt auf Jungen unter Jungen. Unter der Frage wie privilegiert ist das männliche Geschlecht, stand die Identifikation von Jungen durch ihre Zugehörigkeit zur Mannsein im Mittelpunkt. Deutlich wurde, das ein Privileg auch zur Last werden kann und das zur Gruppe immer auch Ausgrenzung gehört. Schule muss sich ändern, um besser auf soziale Bedürfnisse von Schülern eingehen zu können. Wer zu Hause keine positive Bestätigung erlebt, der hat es schwer schulisches Selbstvertrauen zu entwickeln. Er läuft am Ende Gefahr auch in der Schule zu versagen.

 

 

 

 

 

Plietsch Jungen Kielerin

Prof. Kurt Vanselow und Dr. Lisa Dummer-Smoch vertraten den Ansatz der unterschiedlichen individuellen Begabungsstrukturen. Wer nicht sprachlich-sozial orientiert ist, der hat im deutschen Schulsystem schon verloren, so die These der emeritierten Kieler Univeristätsdozenten.

 

 

 

 

 

 

 

Plietsch Jungen Kieler

Seit sich das humboldtsche Bildungsideal mit seinem Schwerpunkt auf dem Erlernen und der perfekten Beherrschung von Sprachen auch im Schulsystem durchgesetzt hat, haben es Techniker, Handwerker und Naturwissenschaftler schwer. Wessen Begabung und Lernvermögen im technisch-praktisches Bereich angesiedelt ist, wird systematisch in der Schule benachteiligt. Die perfekte Beherrschung des Lernstoffes in Mathe oder Physik nützt wenig, wenn am Ende Benotung und Abschluss durch den Fehlerquotienten des Textes bestimmt werden. Beredtes Beispiel aus der Schulpraxis ist das Auslaufen des Legasthenieschutzes mit Klassenstufe 11.

 

 

Jedes Referat hatte seinen ganz eigenen Blick auf die Fragen: Sind Jungen anders?  Wirkt sich Schule auf Jungen anders aus? Wer hat ein Problem – Jungen oder die Schule?

"Einige Einschätzungen haben uns ganz schön Feuer unter dem Hintern gemacht und auch so manche ZuhörerIn in Unruhe versetzt. Aber es ist Grüne Tradition, sich auch mit unbequemen Meinungen auseinander zu setzen. Und so manche Aussage stellte sich am Ende der gemeinsamen Diskussion auch ganz anders dar als im ersten Moment." Beschreibt Karl-Martin Hentschel seinen Gesamteindruck. "Ich bin überzeugt davon, dass am Ende jeder und jede neue Gedankenanstöße mitgenommen hat. Genau das wollten wir erreichen." So Hentschel.

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