Alarmierendes Artensterben: Agrarwende ist unumgänglich

Zu den kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum bis zu 80 prozentigen Rückgang der Insektenpopulation sagt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

1962 beschrieb die Autorin Rachel Carson in ihrem berühmten Buch „Der stumme Frühling“ die Auswirkungen von Bioziden auf die Natur und letztlich auf die Nahrungskette, die uns Menschen erreicht.



Heute, 55 Jahre später, ist der „stumme Frühling“ aktueller denn je. Das Artensterben der Insekten und Vögel ist alarmierend. Nicht alle Ursachen sind bekannt, aber dass die intensive Landwirtschaft mit ihrem hohen Pestizid- und Düngeeinsatz einen wesentlichen Anteil daran hat, ist hinreichend belegt.

Dabei ist sie auch selbst Opfer, denn ohne Insekten und Vögel gibt es keine natürlichen BestäuberInnen und keine natürlichen SchädlingsbekämpferInnen. Die Landwirtschaft sägt damit an dem Ast, auf dem sie selbst sitzt.

Eine Agrarwende ist deshalb zwingend notwendig. Die Logik der EU-Agrarförderung muss umgekehrt werden. Nicht das „immer mehr und immer intensiver“ ist zu fördern, sondern eine naturverträgliche Landwirtschaft.

Das „Greening“ ist in der jetzigen Ausgestaltung ein kompletter Fehlschlag. Wir brauchen eine Gemeinwohlprämie für LandwirtInnen, bei der diese für Boden-, Gewässer- und Artenschutz belohnt werden, denn dieser kommt letztendlichen uns allen zu Gute.

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