Bildung für nachhaltige Entwicklung ist wichtiger denn je

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 55 – Landesstrategie für nachhaltige Entwicklung

 

Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Ines Strehlau:

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist wichtiger denn je. Der aktuelle Bericht des Weltklimarats hat uns wieder einmal drastisch aufgezeigt, wie wichtig nachhaltiges, ressourcenschonendes Handeln ist. Wir müssen endlich begreifen, dass wir umsteuern müssen, um den Klimawandel wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen und gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwerfungen zu vermeiden. Deshalb kommt die BNE Strategie genau zum richtigen Zeitpunkt.

 

„BNE steht für eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche?“

So steht es in der Präambel des nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die UN-Agenda 2030 ist mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen die Grundlage für alle Nachhaltigkeitsbestrebungen. Immer ist die Rolle der Bildung für die Verwirklichung der Ziele ganz wesentlich. Deshalb war es gut, die Landesregierung zu bitten, eine Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten und einen breiten Beteiligungsprozess durchzuführen. Ich danke Ihnen Herr Minister Albrecht, den beteiligten Ministerien und allen, die sich an der Erarbeitung der Landesstrategie beteiligt haben, für Ihre Arbeit.

 

Diese Landesstrategie führt erstmals alle Bildungsbereiche unter dem Dach der Bildung für nachhaltige Entwicklung zusammen und setzt einen gemeinsamen Rahmen. Auf zwei Stakeholder-Workshops folgte ein online gestütztes Beteiligungsverfahren, darauf nochmal Dialogrunden mit Fachvertreter*innen. Bei der Erarbeitung des Entwurfs und der Einarbeitung der Stellungnahmen durch die betroffenen Ressorts haben die Ministerien übergreifend gearbeitet, sich ausgetauscht und Gedanken gemacht. Allein das hat, so wurde es uns im Ausschuss berichtet, schon zu Beginn zu einem größeren Bewusstsein für das Thema BNE in den Ministerien und zu einer vertieften Zusammenarbeit geführt. Das ist ein erstes gutes Ergebnis und ein guter Anfang für den weiteren gemeinsamen Prozess in der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG). Weitere Ergebnisse werden folgen.

 

Die Landesstrategie, genauso wie der Nationale Aktionsplan, unterscheiden fünf verschiedene Handlungsfelder: 1. „Frühkindliche Bildung“, 2. „Schule“, 3. „Berufliche Bildung“, 4. „Hochschule“ sowie 5. „Non-formale Bildung und berufliche Weiterbildung“. BNE bildet also das lebenslange Lernen ab. Und es ist gut, dass schon die Kitas dabei sind. Je früher Bildung beginnt, desto nachhaltiger sind die Erfolge. Das gilt auch für BNE. In dem Bereich haben wir tolle Projekte. Kita 21, das Klima-Kita-Netzwerk oder das Haus der kleinen Forscher sind nur einige von Ihnen. BNE ist auch in den Bildungsleitlinien der Kitas verankert. Die Kleinen lernen also nachhaltiges Handeln von der Pike auf.

 

Die fünf Handlungsfelder und auch BNE in der Landesverwaltung werden strukturell gleichbehandelt. Sie werden jeweils unter den Aspekten „Vision“, „Ausgangslage“, „Handlungsfelder und Ziele“ sowie „Maßnahmen und Aktivitäten betrachtet“. Dieser rote Faden für die Strukturen schafft eine gute Basis, um Anknüpfungspunkte und Gemeinsamkeiten aufzufinden. Zur Einbindung der kommunalen Ebene sind regelmäßige Gespräche der IMAG mit den kommunalen Landesverbänden vorgesehen. Die konkreten Maßnahmen in den einzelnen Ressorts und Bildungsbereichen unterscheiden sich. Das liegt in der Natur der Sache, denn die Bausteine für pädagogische Konzepte sind unterschiedlich, je nach Zielgruppen. Die Maßnahmen müssen nah an den Lebenswelten ansetzen. Dort wo man erleben kann, dass man etwas gestalten kann. Eine konkrete Maßnahme kann in der Kita zum Beispiel die Auszeichnung für kleine Forscher*innen sein, in der Schule ein Planspiel und in der beruflichen Schule eine Projektarbeit unter Einbeziehung eines Unternehmens. Für Erziehungswissenschaftler*innen an der Universität wird es BNE als Lehrveranstaltung geben und BNE-Schulungen in Weiterbildungen.

 

Die Visionen, Ziele und Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern sind qualitativ noch sehr unterschiedlich. Dort einen einheitlichen Orientierungsrahmen zu erarbeiten und auch Vernetzungsmöglichkeiten und Synergien der unterschiedlichen Akteur*innen, ist eine wichtige Aufgabe. Deshalb ist die Einrichtung einer BNE-Agentur eine gute Idee. Und es ist eine gute Entscheidung sie beim Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume, dem BNUR, anzugliedern.

 

Dort ist das Wissen zu diesem Thema vorhanden und für die Akteur*innen aus dem BNE-Spektrum ist es eine anerkannte Einrichtung. Die Agentur wird die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schleswig-Holstein im Hinblick auf Verzahnungen, neue Impulse, Zertifizierungen, und Öffentlichkeitsarbeit voranbringen. Die Integration der BNE-Strategie in weitere Programme der Landesverwaltung mit Bildungsaspekt wird angestrebt. Das führt zu Novellierungen in der Verwaltung und zu Weiterentwicklungen des Leitbildes. Auf allen Ebenen werden Kompetenzen ausgebaut und erweitert.

 

Die Strategie ist eine Bestandsaufnahme und zugleich ein Arbeitsauftrag. Sie ist ein sich ständig weiter entwickelnder Prozess. Sie wird das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter voranbringen. Ich freue mich auf die nächsten Erfolge. Für 2023 ist die erste Evaluation geplant. So wird die Politik die Entwicklung im Blick behalten und weiter konstruktiv begleiten.

Thema: 

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Parteiratsbericht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
Link zum FördeWind - Das Magazin der Grünen Landtagsfraktion Schleswig-Holstein