CO2 einsparen statt im Meeresboden verpressen

Rede zu Protokoll gegeben!

 

TOP 13 – Kein CCS in Schleswig-Holstein

 

Dazu sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Silke Backsen:

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau Präsidentin,

sehr geehrte Kolleg*innen,

 

vom 27. Juni bis 01. Juli findet in Lissabon die UN Ocean Konferenz statt. Wir in Schleswig-Holstein haben zwar keine Ozeane vor der Tür, aber wir sind ja bekanntermaßen das Land zwischen den Meeren.

 

Die Ozeane bedecken ca. 70 Prozent der Erdoberfläche, sie sind die größte Biosphäre und in ihnen leben bis zu 80 Prozent des gesamten Lebens auf unserem Planeten. 50 Prozent des Sauerstoffs, den wir benötigen, wird in den Ozeanen zur Verfügung gestellt. 25 Prozent aller CO2-Emissionen werden in den Meeren absorbiert. Der Ozean ist nicht nur die Lunge unseres Planeten, sondern auch die größte natürliche Kohlenstoff-Senke – ein vitaler Puffer gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Meere und Ozeane sind zudem noch in vielen Bereichen unerforscht und die Ökosysteme noch überhaupt nicht vollständig bekannt.

 

Die Ozeane und Meere müssen nachhaltig genutzt werden – so auch beschrieben in den SDGs – Ziel 14 Life Below Water. Das Motto der diesjährigen UN-Konferenz lautet „Save our Ocean, protect our future”

 

Es freut mich sehr, dass sich alle Fraktionen im Schleswig-holsteinischen Landtag beim Thema CCS – also der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid - einig sind und dies ablehnen. Es ist ein hohes Gut, gemeinsam für den Meeres- und Naturschutz zu stehen und dies in einem fraktionsübergreifenden Antrag zu bestätigen.

 

Aber warum sprechen wir uns gegen die Nutzung der CCS-Technologie aus? Wir bekräftigen, dass wir die unterirdische Speicherung von CO2 landesweit ausschließen, weil das Risiko von CO2-Freisetzungen bei der Speicherung in der Tiefe – in alten Öl- und Gasbohrfeldern oder im Meeresgrund – einfach nicht ausgeschlossen werden kann.

 

Der Schaden für die Umwelt wäre nicht abzuschätzen und die Gefahren für das Ökosystem damit immens. Und warum kommt das Thema der CCS-Nutzung überhaupt immer wieder auf die Agenda? Warum überlegen wir, Kohlendioxid in der Tiefe unserer Meere zu verpressen? Das große Stichwort lautet Klimakrise und die benötigte Reduktion der Emissionen.

 

Dies müssen wir aber gemeinsam und in allen Sektoren – im Verkehr, in der Wirtschaft, in der Landwirtschaft, durch Aufforstung, durch Wiedervernässung von moorigen Böden, in allen Bereichen angehen. Hier müssen wir dafür sorgen, dass der Klimaschutz ernst genommen wird, und dass wir gemeinsam deutlich mehr CO2 einsparen.

 

Bevor wir uns also auf den Weg machen, überhaupt darüber nachzudenken, wie wir technisch Kohlendioxid aus der Atmosphäre entnehmen, sollten wir über biologischen Klimaschutz und über eine Reduktion der Ausstöße reden und auch dementsprechend gemeinsam handeln.

 

Machen wir uns also auf den Weg – die Klimakrise ist real. Wir alle können es spüren, sei es in den Hitzesommern oder bei Wetterextremen.

 

Der Klimaschutz muss endlich ernst genommen werden. Die Meere müssen geschützt werden – deshalb sagen wir nein zu CCS in Schleswig-Holstein.

 

Vielen Dank!

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