Das Kükentöten hat ein absehbares Ende

Zum Beschluss des Bundesrates zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Verbot des Kükentötens sagt der tierschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Joschka Knuth:

 

Zwar ist es gut, dass die Praxis des Kükentötens nun bald ein absehbares Ende findet. Dennoch ist die Freude über diesen Beschluss nicht ungetrübt. Zum einen ist es ein Skandal, dass es überhaupt den Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes von Juni 2019 gebraucht und dass es anschließend noch so lange gedauert hat, bis der Bund endlich handelt. Zum anderen ist das Ende kein sofortiges, es besteht eine Übergangsfrist bis 1. Januar 2022 für das Töten bereits geschlüpfter Küken. Die Tötung von Bruteiern soll sogar noch bis 2024 erlaubt sein. Und zum Dritten wird nicht wirklich am System etwas verändert, in dem Tiere vernutzt und behandelt werden wie Dinge, nicht wie Lebewesen.

 

Der Bund setzt ausschließlich auf technische Lösungen. Für einen verantwortlichen, ethisch vertretbaren Umgang mit Nutztieren muss sich aber die Ausrichtung der Zucht grundlegend ändern, weg von der einseitigen Zucht auf ein Leistungsmerkmal. Und das gilt nicht nur für Hühner. Für die vielen kleineren Hühnerhaltungen, die künftig auf die Aufzucht der Bruderhähne setzen, braucht es darüber hinaus auch hier im Land neue, dezentrale Schlachtmöglichkeiten, um lange Transportfahrten zu verhindern.

 

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