Zur heute (15. November 2018) veröffentlichten Bertelsmann-Studie zu „Demokratiebildung an Schulen“ sagt die schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Ines Strehlau:
Demokratiebildung kommt in Schulen leider viel zu kurz – auch wenn sie natürlich durchaus mitgedacht wird, wenn Unterricht nach demokratischen Werten ausrichtet wird. Demokratie beginnt in der Gestaltung des Schulalltags. Mitbestimmung der Schüler*innen, auch bei der Gestaltung des Unterrichts, ist wichtig, damit sie merken, dass ihre Meinung zählt. Auch im Bereich Unterrichts-Feedback oder einer gemeinsamen Gestaltung von Unterricht durch Schüler*innen und Lehrende ist noch Luft nach oben.
Durch Erleben von Politik in der Stadt oder der Gemeinde, beispielsweise in Planspielen oder bei Besuchen in Ratsversammlungen, rückt Demokratie näher an die Schüler*innen heran. Sie erleben, dass Entscheidungen zur Finanzierung vom Jugendzentrum oder WLAN an der Schule intensiv diskutiert werden und um die beste Entscheidung gerungen wird. Für die Politiker*innen ist es gut, wenn sie die Argumente der Jugendlichen hören. Wenn die Jugendlichen sich einbringen, werden politische Entscheidungen besser. Sie wissen schließlich am besten, was sie brauchen.
Es ist noch viel zu tun. Deswegen ist es erfreulich, dass die Landesregierung das Jahr 2019 zum Jahr der politischen Bildung ausgerufen hat. Wir möchten Lehrkräfte in diesem Kontext dazu ermuntern, Schüler*innen verstärkt für Politik zu begeistern, indem beispielsweise außerschulische Lernorte wie der Landtag besucht werden. Auch Projekte, die Mitbestimmung fördern und praktisch vermitteln können aufzeigen, wieviel Spaß das Übernehmen von Verantwortung und die Auseinandersetzung mit sich und der Welt machen kann. Außerdem kommen wir Politiker*innen auch gerne an Schulen, um von unserer Arbeit zu berichten.
Dazu ergänzt der bildungspolitische Sprecher, Lasse Petersdotter:
Auch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partner*innen wie dem Landesbeauftragten für politische Bildung, den Volkshochschulen oder Institutionen wie der Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, kann sehr sinnvoll sein und Lehrkräfte entlasten. Qualifizierung muss natürlich auch in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte stattfinden. Das IQSH hat hierzu großartige Angebote in seinem Programm.
Gerade in Zeiten von erstarkendem Nationalismus in Deutschland und der Welt ist es wichtig, zu lernen, wie man Populismus erkennt und ihm widerspricht. Menschen allen Alters sollten Zugang zu demokratischem Wissen haben. In der Schule wird der Grundstein hierfür gelegt.
Fraktion SH



