Der Zugang zur Ausbildung darf nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 6+27+38 – Pflegeberufegesetz und Schulgeldfreiheit für die Gesundheitsfachberufe

 

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

drei wichtige Themen in einer Rede von fünf Minuten unterzubringen, das ist schon eine echte Herausforderung. Für eine gute medizinische Versorgung sind Pflegekräfte und Gesundheitsfachberufe das A und O. Wir stecken mittendrin im Fachkräftemangel und in ganz Schleswig-Holstein werden händeringend Fachkräfte im Gesundheitswesen gesucht. Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie oder andere Gesundheitsfachberufe: Wir brauchen sie alle dringend.

 

Da kann es doch nicht sein, dass Auszubildende bis zu 400 Euro im Monat für die Ausbildung in einem Mangelberuf bezahlen müssen. Der Zugang zur Ausbildung darf nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen. Es ist kein Wunder, wenn die Lücke zwischen freien Arbeitsplätzen und Interessent*innen immer weiter auseinander klafft. Die Anhörungen im Sozialausschuss haben unmissverständlich klar gemacht, wie drastisch die Lage in der Ergotherapie, der Physiotherapie und der Logopädie ist. Schulen stehen vor der Insolvenz. Auszubildende wandern in andere Bundesländer ab. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Patient*innen müssen viel zu lange auf ihre Behandlung warten. Praxen müssen Patient*innen ablehnen.

 

Jetzt kommt die gute Nachricht: Die Jamaika-Koalition schafft das Schulgeld in den Gesundheitsfachberufen zum 1. Januar ab. Das ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung und ein wichtiger Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit. Auszubildende in der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Logopädie und angehende Bademeister*innen müssen dann kein Schuldgeld mehr zahlen. Mit dem Landeshaushalt 2019 stellen wir für die derzeit 670 belegten Schulplätze 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Schulen die an Krankenhäusern angesiedelt sind, können eine Refinanzierung der Ausbildung im Rahmen der Vergütungsverträge mit den Krankenkassen verhandeln. Damit sorgen wir dafür, dass die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen in Schleswig-Holstein 2019 für die Auszubildenden kostenfrei ist. Das war höchste Zeit und ist eine gute Nachricht für alle Patient*innen und alle Auszubildenden. Und es gibt den Schulen eine Perspektive.

 

Und wir gehen noch weiter: Für die Folgejahre 2020 bis 2022 planen wir eine Steigerung der Platzzahlen um rund 34 Prozent. Auch das ist dringend nötig und auch das setzen wir um. Gleiches gilt für die Pflege. Auch wenn wir Grüne nach wie vor viele offene Fragen bei der Pflegeberufe-Reform des Bundes sehen, arbeiten wir hier im Land konstruktiv an der Umsetzung mit. In der Küstenkoalition haben wir die Zahl der landesgeförderten Ausbildungsplätze schrittweise auf 2.100 angehoben. Damit ist die Altenpflegeausbildung in Schleswig-Holstein seit 2015 für die Auszubildenden endlich kostenfrei. Und Jamaika geht noch weiter: Im Jahr 2018 zahlt die Landesregierung 450 Euro im Monat und damit 5.400 Euro pro Jahr, pro Platz.

 

Und ich sage Ihnen eins: Jeder Euro, den wir in die Pflege investieren, ist gut investiert. Denn Pflege geht uns alle an. Wir alle wünschen uns doch für unsere Angehörigen eine gute Pflege. Das ist unser gemeinsames Ziel. Deswegen bringen wir eine Image-Kampagne auf den Weg. Je mehr junge Menschen wir für die Pflege begeistern können, desto besser. Aus dem Investitionsprogramm Impuls können auch Altenpflegeschulen Gelder abrufen. Das Land hat hierfür bisher zwei Millionen Euro bereitgestellt. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine gute Gesundheits- und Pflegeversorgung. Gesundheit und Pflege sind bei uns in guten Händen. Darüber freue ich mich und daran werden wir weiter mit voller Energie arbeiten.

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