Die ökologischen Krisen dieser Welt sind auch die ökonomischen Krisen dieser Welt

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 2 – Finanzanlagestrategie FINISH

 

Dazu sagt der finanzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lasse Petersdotter:

 

Jedes Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum den Global Risks Report. Auf Grundlage einer ausführlichen Analyse und Erhebung werden in diesem Report die fünf wahrscheinlichsten und die fünf größten Risiken der Weltwirtschaft ermittelt. In 2020 waren fünf der Top-Fünf wahrscheinlichsten Risiken Umweltrisiken. Drei der Top-Fünf größten Risiken waren ebenfalls Umweltrisiken.

 

Eins ist klar: Die ökologischen Krisen dieser Welt sind auch die ökonomischen Krisen dieser Welt.

 

Auch deswegen ist unsere Finanzstrategie Nachhaltigkeit in Schleswig-Holstein, kurz FINISH, richtig.

 

Bislang kennen Finanzanlagen in der Regel drei Richtschnüre:

1. Die Anlagen müssen rentabel sein.

2. Die Anlagen müssen sicher sein.

3. Die Anlagen müssen verfügbar sein.

 

Alle drei Richtschnüre sind richtig und auf keine wollen wir verzichten. Stattdessen ergänzen wir eine vierte: Die Anlagen müssen nachhaltig sein. Gemessen an ökologischen und sozialen Standards sowie einer guten Unternehmensführung.

 

Diese Richtschnüre wirken natürlich wechselseitig aufeinander, müssen aber nicht gegeneinander stehen. Das gilt auch für die Nachhaltigkeit. So erhöht sich beispielsweise die Sicherheit, denn das Einbeziehen von mehr und exakteren Informationen reduziert Risiken. Ein Beispiel: Die HSBC geht davon aus, dass fossile Unternehmen 40 bis 60 Prozent ihres Börsenwertes verlieren, wenn bereits das 2-Grad-Ziel ernst genommen wird.

 

Darauf gibt FINISH die richtige Antwort. Wir werden in drei Phasen vorgehen.

 

Erste Phase: Die Ausschlusskriterien

Zunächst wird bei Unternehmen geprüft, ob sie beispielsweise Menschenrechtsverletzungen begehen, geächtete Waffensysteme herstellen oder mit Atomkraft und fossilen Brennstoffen ihr Geld verdienen. Bei Staatsanleihen wird etwa geprüft, ob die entsprechenden Staaten und Regionen das Pariser Klimaschutzabkommen nicht unterschrieben haben, wichtige UN-Konventionen zur Biodiversität, Antipersonenminen oder Arbeitnehmer*innenrechten nicht ratifizierten, die Todesstrafe anwenden oder Rückzugsorte für Steuerverbrechen bieten. Wer hier die Ansprüche nicht erfüllt, in den wird nicht investiert.

 

Zweite Phase: Best in Class

In der zweiten Phase werden Investitionen dann in die besten Branchen, Unternehmen und Staatsanleihen getätigt. Natürlich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

 

Dritte Phase: Engagement

Zudem schaffen wir die Möglichkeit, dass auf Aktionär*innenversammlungen für die Ziele von FINISH geworben wird. So unterstützen wir die Transformation der Wirtschaft ganz konkret.

 

Diese drei Phasen gewährleisten eine wirtschaftlich kluge und nachhaltig sinnvolle Geldanlage.

 

Konkret bedeutet das: Über 4,5 Milliarden Euro aus dem Pensionsfonds des Landes und Finanzanlagen der Landesbeteiligungen, -stiftungen und anderen werden jetzt durch FINISH zukunftsfest und gegenwartsgerecht angelegt.

Thema: 

Grüne Partei SH
Anträge in Leichter Sprache
Parteiratsbericht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
Link zum FördeWind - Das Magazin der Grünen Landtagsfraktion Schleswig-Holstein