Die Studienstarthilfe ist ein klares Bekenntnis dieser Koalition für mehr Bildungsgerechtigkeit

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 15 – Studienstarthilfe

 

Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,

Lasse Petersdotter:

 

 

Unser Bildungssystem ist zu ungerecht. Das ist keine neue Erkenntnis. Wir alle kennen den Bildungstrichter, der beschreibt, dass von 100 Kindern aus Akademiker*innenfamilien 74 studieren und von 100 Kindern aus Nicht-Akademiker*innenfamilien nur 21 studieren. 

 

Diese Zahl ist bekannt und sie ist dramatisch. Nicht nur, weil so Menschen aktiv von ihren Träumen ferngehalten werden, sondern auch von ihren Potenzialen. Und ich sage es ganz deutlich: Wir können auf diese Talente nicht verzichten!

 

Aber mal ungeachtet der Frage, ob eine Familie einen akademischen Bildungsgrad hat oder nicht. Wie sieht es eigentlich aus, wenn die Eltern Hartz IV beziehen? Oder Eingliederungshilfe? Asylbewerberleistungen? Wenn man in einer Pflegefamilie oder in einer Jugendhilfeeinrichtung lebt?

 

Dann ist die Datenlage dünn und die Debatte plötzlich ganz still.

 

Ein Beispiel: Nehmen wir einen Schüler, der gerade die 13 Klasse einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe besucht. Wunsch, Ziel und Begabung läuft auf ein VWL-Studium hinaus. Die Eltern beziehen Hartz IV.

 

Weil dieses Beispielschüler damit in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, darf er 100 Euro monatlich dazu verdienen, von jedem weiteren Euro gehen 80 Cent weg. Also verdient man 100 Euro monatlich, wenn man denn einen entsprechenden Job findet, was gar nicht so einfach ist. Also heißt es wahrscheinlich: Zeitung austragen und eisern sparen.

 

Nun geht´s ans Studium: Der erste Monat im neuen Leben kostet bummelig 250 Euro Semesterbeitrag, 350 Euro Miete, 300 Euro Kaution, 150 Euro für Essen und 30 Euro für Internet und Telefon. So kommen wir auf 1080 Euro. Ohne Ausgaben für Kleidung, Lernmittel, Sport oder Kultur.

 

Allein für diesen Monat müsste der Beispielschüler über 10 Monate sparen, ohne einen Cent des erarbeiteten Geldes auszugeben.

 

Und genau deswegen und genau hier endet oft der Bildungsaufstieg.

 

Unsere Starhilfe kann das ändern.

 

Auf insgesamt 1,5 Seiten Antrag beim Studentenwerk wird es möglich sein, 800 Euro Starthilfe zum Beginn des Studiums zu erhalten. Als Zuschuss, nicht als Kredit. Die Studienstarthilfe macht nicht weitere Sorgen, sie nimmt Sorgen!

 

Sie löst nicht die unterschiedlichen Startvoraussetzungen auf. Aber sie ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.

 

Schleswig-Holstein geht hiermit neue Wege und ich hoffe sehr, dass andere Bundesländer diesem Weg folgen werden. Die Studienstarthilfe ist ein klares Bekenntnis dieser Koalition für mehr Bildungsgerechtigkeit. Sie ist eine konkrete Maßnahme für mehr Aufstiegsgeschichten.

 

Ich freue mich sehr, dass wir als Koalition daher diese Maßnahme bereits im Haushalt 2021 mit Geld hinterlegt haben und es zum Wintersemester losgehen kann!

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