EU-Wasserrahmenrichtlinie: Die Umsetzung hat für uns höchste Priorität

Rede zu Protokoll gegeben!

 

TOP 36 – Erhebung des Einflusses von Wasserkraftanlagen auf die Laichwanderung von Fischen

 

Dazu sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die EU-Wasserrahmenrichtlinie von Dezember 2000 hat den guten Zustand der Gewässer zum Ziel. Mit Gewässer sind alle Stillgewässer, also Seen und Tümpel, alle Fließgewässer, also Flüsse und Bäche, und auch die Küstengewässer gemeint. Beim guten Zustand geht es sowohl um die stoffliche Qualität, also um Nitrat und Phosphat, um Schadstoffe in Gewässern, als auch um die ökologische Qualität, also die Eignung der Gewässer als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 

Sind wir auch von der Zielerreichung noch weit entfernt, hat doch diese Richtlinie seit Inkrafttreten den Gewässerschutz einen großen Schritt vorangebracht und ihre Umsetzung in Schleswig-Holstein hat für uns höchste Priorität.

 

Fließgewässer beherbergen in intaktem Zustand eine reichhaltige Flora und Fauna. Neben der stofflichen Qualität ist vor allem die Gewässerstruktur ein entscheidendes Kriterium für die Eignung als Lebensraum. Insbesondere für wandernde Fischarten ist die Durchlässigkeit eines Gewässers entscheidend bei der Frage, ob Fische dieser Art in dem Gewässer vorkommen oder nicht. Einige wandernde Fischarten legen beeindruckende Wege zurück, um an ihre Laichplätze zu gelangen, beziehungsweise von dort zurück, wie insbesondere der Aal, dessen ausschließliches Laichgebiet die Sargassosee ist, ein östlich Floridas gelegener Teil des Atlantiks.

 

Die Durchlässigkeit kann durch naturfernen Gewässerausbau und Querbauten unterschiedlichster Art gestört oder zerstört sein. Wasserkraftanlagen sind dabei nur eine von vielen Ursachen, die Fischarten in ihrer natürlichen Ausbreitung behindern. In Schleswig-Holstein spielen Wasserkraftanlagen eine im Vergleich zu bergigeren Regionen geringe Rolle, da unsere Fließgewässer nur geringes Gefälle aufweisen. Dennoch ist es unser Ziel, die Barrierewirkung von Wasserkraftanlagen ebenso wie die anderer Bauwerke wo möglich aufzuheben oder abzumildern und so den wandernden Fischarten ihren Lebenszyklus zu ermöglichen.

 

Ich danke der Landesregierung für diesen Bericht, der die Situation und den Handlungsbedarf sehr genau aufzeigt. Wir haben 17 Wasserkraftwerke mit Relevanz für Fischwanderungen im Land. An einigen wurden bereits Maßnahmen durchgeführt, wie zum Beispiel die Installation von Rechen und Bypässen, und die Problematik ist behoben. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die an Lösungen für die noch verbleibenden Anlagen arbeitet. Das Schwentinekraftwerk steht dabei im Fokus.

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