Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer

Zum Equal Pay Day 2018 am 18. März sagen die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ann-Kathrin Tranziska, und die frauenpolitische Sprecherin der Landtagfaktion von Bündnis 90/Die Grünen, Aminata Touré:

Der Equal Pay Day am 18. März 2018 markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Die unbereinigte Entgeltdifferenzbeträgt zwischen Frauen und Männern beträgt durchschnittlich 21 Prozent. Das entspricht somit einem Zeitraum von zweieinhalb Monaten im Jahr, in dem Frauen quasi unbezahlt arbeiten. Das ist nicht gerecht und muss abgestellt werden! Wir sind wir in der Pflicht, diesen Missstand in unserer Gesellschaft zu verändern.

Aminata Touré

„Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt immer noch gravierend benachteiligt. Es ist eklatant, wie groß die Unterschiede bei der Bezahlung von „typischen Frauen- und Männerberufen“ sind. Das lässt sich nicht nur damit erklären, dass viele „typische Männerberufe“ eine akademische Ausbildung erfordern. Denn selbst „akademische Frauenberufe“ werden deutlich schlechter bezahlt als „Männerberufe“. In „typischen Frauenberufen“ liegt der Brutto-Stundenlohn fast 40 Prozent unter dem Lohn in „Männerberufen“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016.

„Typische Frauenberufe“ sind nach wie vor abgehängt. „Männerarbeit“ erfährt in unserer Gesellschaft immer noch eine höhere Wertschätzung, als die Arbeit von Frauen. Und das zahlt sich in Euro und Cent aus. Noch immer gelten Berufe im sozialen Bereich, Erziehung oder der Pflege nicht so viel wie in der Chemie, im Fahrzeugbau oder der Metallindustrie.“

Ann Kathrin-Tranziska:

„Ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit mit wirksamen Maßnahmen, Sanktionen und einem Verbandsklagerecht ist überfällig. Im Bundestag gab es hierzu schon mehrfach Vorstöße, auch von uns Grünen. Dabei geht es um „gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit“. Der Wert von Arbeit muss objektiv und angemessen beurteilt werden, unabhängig davon, ob Mann oder Frau sie ausübt. Außerdem müssen bei Vorstellungsgesprächen und Einstellung dieselben Maßstäbe angelegt werden, denn Eltern können beide werden.

Wenn die Löhne in den Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen steigen, ist das gut für die ganze Gesellschaft. In diesen Berufen ist der Fachkräftemangel besonders hoch. Frauen verdienen eine gerechte Bezahlung. Und es erhöht den Anreiz für Männer, diese Berufe zu ergreifen! Das „Entgelttransparenzgesetz“ der Bundesregierung löst leider keine dieser Forderungen ein.“

Thema: 

Grüne Partei SH
Anträge in Leichter Sprache
Parteiratsbericht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
FördeWind 2022/1 -> Hier klicken