Kopftuch auf Wahlplakaten

Eine Kandidatin der FDP Neumünster zur Kommunalwahl, Aygül Kilic, ist auf ihrem Wahlplakat mit Kopftuch zu sehen. Dazu äußern sich die frauen- und migrationspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Aminata Touré und die Landesvorsitzende Ann-Kathrin Tranziska.

Aminata Touré:

„Das Plakatmotiv der FDP nimmt die AfD bundesweit zum Anlass, um erneut über den Islam in Deutschland zu hetzen. Immer wieder ist die Gleichsetzung des Islams mit Islamismus, Vielehe und Terrorismus in den sozialen Netzwerken zu lesen. Frau Kilic‘ Kandidatur als Aufhänger für rechte Hetze im Netz zu missbrauchen, ist nicht nur total billig, sondern auch völlig haltlos. Sie ist in Neumünster als Migrationsmittlerin tätig und setzt sich dort für die Integration gerade türkischstämmiger Frauen ein. Gerade ihr vorzuwerfen, sie wäre wegen eines Stück Stoffes nicht an Integration interessiert, ist schon fast unterhaltsam.

Wir stehen dafür, dass sich jede*r kleiden darf, wie sie oder er es wünscht. Über die Kleidung der Kandidat*innen auf ihre Ideen und Ziele schließen zu wollen, ist absurd. Da sie für die FDP kandidiert, wird man diese Inhalte dem Wahlprogramm der FDP Neumünster entnehmen können. Dort findet sich ein klares Bekenntnis zur Integration. Dass die Angriffe der AfD angeblich aufgrund der Verteidigung von Frauenrechten erfolgen, ist schon bizarr, wenn man bedenkt, dass es die selbe Partei ist, die „Genderwahn“ ruft, sobald Frauen in anderen Kontexten für Gleichberechtigung kämpfen.“

Ann-Kathrin Tranziska:

„Die AfD wirbt im Kreis Pinneberg mit vier vollverschleierten Frauen und einem Statement gegen Vielehen um Stimmen. Oder ist es reine Stimmungsmache? Auf jeden Fall ist es erstaunlich, dass eine gültige Gesetzgebung, denn Vielehen sind in Deutschland verboten, als Aufhänger für ein Wahlplakat dient.

Als Grüne begrüßen wir es ausdrücklich, dass bei der Kommunalwahl viele unterschiedliche Menschen kandidieren. Vielfalt statt Einfalt ist eines unserer wichtigsten landesweiten Ziele. Dazu gehört natürlich auch, dass sich Menschen verschiedener Religionen um einen Sitz im Kreistag bewerben, da gehört der Islam genauso zu Schleswig-Holstein wie alle anderen Religionen. Einen Kreistag zu wählen, durch den sich möglichst viele Bürger*innen repräsentiert fühlen, sollte das Ziel der Kommunalwahl in allen Kreisen sein.“

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