Zur Vorstellung des Konzepts für die Nachfolgestudie zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Landespolitik Schleswig-Holsteins durch Prof. Uwe Danker sagt der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des begleitenden Beirats, Burkhard Peters:
Viel Licht ins Dunkel gebracht hat die in der letzten Wahlperiode durch das Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte unter Prof. Danker vorgelegte Studie zur ‚Geschichtswissenschaftlichen Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive‘. Gerade in Schleswig-Holstein waren noch lange nach 1945 viele in Landtag und Regierungsamt vertreten, die tief in das Herrschaftssystem der Nazis verstrickt waren. Der Landtag ist sich über das gesamte politische Spektrum einig, die Arbeit der ersten Studie fortzusetzen, um noch genauer die Vergangenheit besonders sensibler Bereiche z.B. in Polizei und Justizverwaltung zu erforschen.
Anhand der Protokolle der Debatten und Entscheidungen im Landtag soll aufgearbeitet werden, welchen Einfluss die immer noch präsente Nazi-Ideologie auch nach 1945 noch hatte. Eine hochspannende Frage ist z.B. die Entnazifizierungsfrage. Wir begrüßen es daher sehr, dass im Jamaika-Koalitionsvertrag die Fortsetzung der Geschichtsstudie vereinbart wurde und jetzt das wissenschaftliche Konzept für die zweite Studie durch Prof. Danker vorgestellt wird.
In Zeiten, in denen Rechtspopulist*innen namentlich in der AfD unverhohlen daran arbeiten, Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen in der Bundesrepublik als Angriff auf ein ‚gesundes deutsches Geschichtsbewusstsein‘ zu geißeln, setzt der Landtag mit der Fortsetzung der Studie ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit und Geschichtsrelativismus im Umgang mit der Nazizeit.
Fraktion SH



