Mehr Transplantationsbeauftragte und Widerspruchslösung retten Leben

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 11 - Gesetz zur Ausführung des Transplantationsgesetzes

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

 

Eine Organspende kann Leben retten! Bei schweren Erkrankungen und dramatischen Unfällen hängt häufig das Überleben davon ab, dass es ein Spenderorgan gibt. Viel zu viele Menschen in Schleswig-Holstein müssen sterben, weil kein Organ für sie zur Verfügung steht.

Die Zahl der Organspenden ist 2017 auf ein historisches Tief gesunken. Laut Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant gab es im vergangenen Jahr nur etwa 800 Spender*innen, knapp acht Prozent weniger als 2016. 

Jeden und jede kann es treffen, an jedem Tag. Auch uns. Niemand ist gefeit vor Krankheit oder Unfallereignissen. Ein einziger Multiorganspender könnte bis zu neun Patienten mit Organen versorgen.

Es ist ein bekanntes Phänomen: In der Theorie finden alle etwas gut und richtig. In der Praxis, wenn es konkret und persönlich wird, handeln die wenigsten auch so.

Wir müssen etwas tun, damit mehr Menschen leben können. Andere Länder machen uns vor, dass das geht. Zum Beispiel Spanien: Nach eigenen Angaben ist Spanien bei den Organspenden weltweit führend. Hier funktioniert die Widerspruchslösung gut.

Oder die USA: Wer einen Führerschein beantragt, muss sich entscheiden, ob er Organspender sein will oder nicht. Ein Herz als Signal macht auf dem Dokument sichtbar, wer bereit ist Organe zu spenden. 45 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten sind bereit, sich nach ihrem Tod Organe entnehmen zu lassen.

Ich habe lange auf einer Intensivstation gearbeitet und dort selbst miterlebt, welche Herausforderung auf ein Team in einer Klinik zukommt. Die ganze Nacht haben wir in enger Abstimmung mit der Uniklinik die Vorbereitung für eine Transplantation durchgeführt.

Alle anderen Patienten mussten wir parallel versorgen. Damals ist es gut gelaufen und gleich mehrere Transplantationen konnten durchgeführt werden.

Für mich ist schon jetzt klar: wir brauchen Transplantationsbeauftragte an jeder Entnahmeklinik und sie müssen Zeit für ihre wichtige Arbeit haben.

Ich bedanke mich für den vorliegenden Gesetzentwurf und freue mich auf die weitere Beratung.

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