Nord-Ostsee-Kanal: Das Anhalten der Bauarbeiten kostet nicht nur Zeit, sondern auch CO2

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 12 - Nord-Ostsee-Kanal stärken

 

Dazu sagt die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Nelly Waldeck:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Nord-Ostsee-Kanal gehört zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Pro Jahr passieren 30.000 Schiffe den Kanal. Der Nord-Ostsee-Kanal ermöglicht und erleichtert Import- und Exportmöglichkeiten von Gütern aus Europa und der ganzen Welt. Güter, die wichtig für die Grundversorgung sind, aber auch beispielsweise für die ökologische Transformation.

 

Gerade in Zeiten multipler, globaler Krisen, zuerst durch die Corona-Pandemie und nun auch durch den Krieg, ist unsere Wasserstraßeninfrastruktur besonders wichtig mit Blick auf anhaltende Lieferkettenstörungen. Verlässliche Infrastruktur ist essenziell, um die Schwierigkeiten dieser Zeit nicht mit zusätzlichen Problemen zu belasten. Gleichzeitig ist es in Anbetracht der Klimakrise mehr als überfällig, den Schifffahrts- und Schienenanteil im Güterverkehr zu steigern und die Verkehrsträger als verlässliche Option zu gewährleisten.

 

Ein Seeschiff mit 15 Gramm CO2 je Tonnen-Kilometer kommt mit ganzen 185 Gramm CO2 weniger aus als ein durchschnittlicher LKW. Was Effizienz angeht, ist das Schiff eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel. Natürlich steht aber auch die Schifffahrt vor einem herausfordernden Transformationsprozess hin zur Klimaneutralität, den wir auch im Land die kommenden Jahre begleiten werden.

 

Doch nur mit einer nachhaltigen und sichergestellten Finanzierung der Wasserstraßeninfrastruktur kann die Verkehrsverlagerung gelingen und die Schifffahrt ein verlässliches Güterverkehrsmittel bleiben. Funktionierende und sichere Wehren, Schleusen und Stauanlagen sind dafür essenziell. Die Instandhaltungsmaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal sind seit Jahren beschlossen, geplant und mitten in der Umsetzung.

 

Das weiß auch Volker Wissing, der noch im Frühjahr, während des Wahlkampfes wohlgesagt, den Nord-Ostsee-Kanal besuchte und die Wichtigkeit des Kanals sowie finanzielle Unterstützung zusicherte. Doch jetzt, durch die Kürzungen, stehen diverse Maßnahmen auf dem Prüfzettel: Der Neubau der kleinen Schleusen soll aufgeschoben werden, so auch der Ausbau im östlichen Bereich.

 

Das Ärgerliche: Das Anhalten der Bauarbeiten kostet nicht nur Zeit, sondern auch CO2. Denn aktuell fahren bereits zahlreiche Schiffe den Umweg über Skagen. Durch die gekürzten Mittel werden viele Verträge aufgrund Verzugs geändert werden müssen. Aber nicht nur das sorgt für weitere Kosten. Die explodierenden Materialpreise machen einen Aufschub der Sanierungspläne noch unklüger, weil eben gleiche Maßnahmen in ein paar Jahren möglicherweise das Vielfache kosten.

 

Der Nord-Ostsee-Kanal ist nur eines vieler Infrastrukturprojekte, die gerade Kürzungen erhalten, um die Entlastungspakete zu finanzieren. Das ist gerade bei diesem Projekt von bundesweiter Bedeutung schade. Notwendig wäre es nicht, würde man, wie es in einer Krise üblich ist, die Entlastungen aus Schulden finanzieren. Stattdessen sehen wir aber jetzt an vielen Stellen Einsparungen, die uns langfristig teuer zu zahlen kommen.

 

Ich würde mich also über Zustimmung zu diesem Antrag freuen.

 

Vielen Dank!

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