Schüler*innen passgenau unterstützen

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 18, 19, 37 – Unterstützung für Schüler*innen

 

Dazu sagt die schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,

Ines Strehlau:

 

Unterstützungsmaßnahmen

„Und täglich grüßt das Murmeltier“. So könnte man den Antrag von SPD und SSW überschreiben.

Der Antrag wurde wortgleich, jetzt nur durch einen Absatz ergänzt, in der Sondersitzung des Landtages am 4.3. schon einmal gestellt.

Wir hatten damals in unserem Alternativantrag dargestellt, dass das Land bereits viele der geforderten Punkte umsetzt und Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulträger kräftig unterstützt:

 

Den Schulträgern wurden Mittel für die Anschaffung von über 60.000 Laptops und Tablets für bedürfte Schüler*innen zur Verfügung gestellt, digitale Lernplattformen wurden eingerichtet, mehrere Millionen für Fortbildungen der Lehrkräfte ausgegeben, usw.. Alles nachzulesen in unserem Antrag 19/2838.

 

Ja, die Mittel des Digitalpakts des Bundes sind bisher zu langsam abgeflossen. Hier hat das Bildungsministerium inzwischen Stellen geschaffen, um die Kommunen zu beraten und die Anträge schnell abzuarbeiten. Das ist wichtig, zum Beispiel um Netzwerke an den Schulen aufzubauen und auch Präsentationstechnik anzuschaffen.

 

Aktuelle Unterstützungsangebote

Wir sind uns einig, dass viele Schüler*innen Unterstützung beim Aufholen der pedemiebedingten Defizite brauchen. Das hat auch die Landesregierung schon lange erkannt und für das 2. Schulhalbjahr 2020/2021 den Vertretungsfonds noch einmal um 7,8 Millionen Euro aufgestockt.

 

Mit diesen Mitteln können an die Schulen Unterstützungskräfte geholt werden. Dabei können die Schulen selbst entscheiden, wen sie einstellen, also genau zugeschnitten auf die Bedarfe der Schüler*innen. Das ist eine gute, flexible Lösung.

 

Lernsommer – Jamaika-Antrag und Bund

In unserem Antrag „Gute Bildung in Pandemiezeiten“ (Drucksache 19/2826) aus dem Februar hatten wir bereits die Landesregierung gebeten, sich auf Bundesebene für ein Unterstützungsprogramm auch für die Sommerferien einzusetzen. Und das hat die Landesregierung erfolgreich getan.

 

Die Unterstützung muss auch im kommenden Schuljahr weiter gehen. Und dies auch, um den Druck von den Schüler*innen und auch von den Eltern zu nehmen, die durch Distanzunterricht entstandenen Lücken unbedingt bis zum Ende diesen Schuljahres füllen zu wollen.

 

Die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern sind vielversprechend. Die Bildungsministerin hat es berichtet.

 

Unterstützung der Schüler*innen nach SPD/SSW-Antrag

Bei der Ausgestaltung der Unterstützungsangebote bin ich verwundert über den Antrag von SPD und SSW. Er spricht von Förderstunden durch Lehramtsstudierende oder auch durch private Bildungsanbieter. Die Unterstützung soll sich also allein auf die fachlichen Lernrückstände konzentrieren. Das finde ich einen einseitigen Blick auf das, was die Schüler*innen als Unterstützung brauchen.

 

Die Unterstützung muss deutlich weiter gefasst werden und auch das haben wir hier schon beim letzten Lernsommer besprochen.

 

Wir müssen die Möglichkeit bieten, Schüler*innen auch im sozialen Bereich oder auch im kreativen oder sportlichen Bereich zu unterstützen. Bewegungsmangel und wenige Sozialkontakte haben ihre Spuren hinterlassen. Wenn Schüler*innen viele Wochen und viele Stunden vor dem Fernseher oder dem Rechner gesessen haben, muss ein Ausgleich dazu geschaffen werden. Es muss also sowohl Angebote für Deutsch, Englisch oder Mathe geben als auch für andere Bereiche.

 

LEB und LSV

Die Landeselternvertretungen und auch die Landesschülervertretungen sind wichtige Berater*innen, sowohl für die Politik als auch für das Ministerium. Deshalb führen wir als Politik regelmäßig Gespräche mit ihnen. Genauso wie das Bildungsministerium.

 

Wir werden im Schulgesetzgebungsverfahren prüfen, welche Anpassungsbedarfe es gibt, um die Rahmenbedingungen für die Elternvertretungen und auch die Schülervertretungen besser zu machen. Zur Stärkung der Schülervertretungen sind ja bereits Vorschläge im Regierungsentwurf enthalten. So werden beispielsweise zukünftig auch Schüler*innen der Jahrgänge 5 und 6 an der Entscheidungsfindung in der Schulkonferenz beteiligt. Die Schülervertretungen der beruflichen Schulen werden in die Kreisschülervertretung einbezogen.

 

Von den Eltern haben wir den Hinweis zur Unterrepräsentation der Oberstufen-Eltern im Schulelternbeirat erhalten. Darum werden wir uns kümmern.

 

Zur Stärkung der demokratischen Beteiligung wollen wir auch eine Verzahnung mit der vorgeschriebenen kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung nach Paragraf 47f der Gemeindeordnung prüfen. So könnten z.B. Jugendbeirat und Schüler*innenvertretung bei der Neugestaltung eines Schulhofes zusammenarbeiten. Der Schulhof wird ja auch von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Schule genutzt.

 

Die Idee, eine eigene Geschäftsstelle für die Landeselternvertretungen einzurichten, überzeugt mich allerdings noch nicht.

 

Bei den Landesschülervertretungen ist die Situation anders. Mitarbeit in der LSV ist auch politische Bildung und ein Beitrag zur Stärkung demokratischer Beteiligung. Deshalb braucht die LSV Unterstützung bei der Organisation ihrer Arbeit. Das kann der Fall sein, wenn ein Vertrag abgeschlossen werden muss, Veranstaltungen organisiert werden sollen oder auch wenn einfach Beratungsbedarf besteht. Die Situation der LSV hat sich aber deutlich verändert. Ihre Unterstützungskraft sitzt jetzt im Bildungsministerium und mit weniger Stunden als vorher. Außerdem haben sie keinen eigenen Raum mehr für Treffen. Das ist schwierig.

 

Deshalb bitten wir die Landesregierung zu prüfen, wie die Unterstützung der Landeselternbeiräte und der Landesschülervertretung in den anderen Bundesländern aussieht, zu prüfen, wie die Unterstützung gestärkt werden kann und uns hierüber im Bildungsausschuss zu berichtet.

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