Tierschutz: Kein nice to have, sondern ein im Grundgesetz verankertes Staatsziel

Zur gestern (29. November 2018) im Bundestag beschlossenen Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre sagt der tierschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lasse Petersdotter:

 

Man hatte fünf Jahre Zeit, sich auf das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration vorzubereiten. Fünf Jahre, die offenbar verschlafen wurden und die für den Bauernverband Anlass genug waren, Druck auf die Bundesregierung auszuüben, um die Übergangsfrist um weitere zwei Jahre zu verlängern.

 

Jährlich werden in Deutschland rund 20 Millionen Ferkeln ohne Betäubung die Hoden abgeschnitten. Dabei liegen mehrere Alternativen zum betäubungslosen Kastrieren auf dem Tisch. Es wird nicht ohne einen ambitionierten Kraftakt der Landwirt*innen gehen. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass viele Landwirt*innen aufgrund der Desinformationskampagne gegen die Impfung gegen den Ebergeruch verunsichert sind. Fakt ist aber, dass viele Einzelhändler*innen Fleisch von geimpften Tieren schon heute verkaufen. In anderen Ländern ist das Verfahren bereits weit verbreitet.

 

Es kann nicht sein, dass jeder Schritt hin zu einer tiergerechten Landwirtschaft immer wieder unter fadenscheinigen Begründungen verzögert wird und die Agrarverbände auch noch dafür belohnt werden, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht machen. Tierschutz ist kein „nice to have“, sondern ein im Grundgesetz verankertes Staatsziel. Es ist enttäuschend, dass CDU/CSU und die SPD hier erneut einknicken und die Tiere darunter leiden.

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