Wir bereiten den Weg für ein Fahrradland im Echten Norden

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 30 – Umsetzung der Radstrategie Schleswig-Holstein 2030

 

Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:

 

 

Liebe Kolleg*innen,

 

Fahrräder sind cool und voll im Trend. Seit fünfzehn Jahren steigen die Umsätze im Fahrradhandel und verdoppelten sich auf über drei Milliarden Euro. 2019 gingen 4,3 Millionen Räder über den Tisch. Über drei Prozent mehr als 2018. Und die Qualität der Räder steigt: Jedes dritte neue Rad ist elektrisch. 5,4 Millionen Räder stellen die Akkuautos weit in den Schatten. 70 Prozent der Cityräder werden elektrisch verkauft und auch Lasten werden per Zweirad transportiert, 55.000 Lastenräder sind auf den Straßen unterwegs. Ein gutes Rad ist den Menschen viel wert, 982 Euro wird im Schnitt ausgegeben und damit rund 30 Prozent mehr als 2018. Und auch für Pendler*innen ist der Umstieg aufs Rad attraktiv, das Leasing-Potenzial wird auf 250.000 Stück jährlich geschätzt. Ich sage Ihnen: Da läuft ein Umbruch!

 

Statt um Sonntagsausflüge geht es um das alltägliche Leben - um den Ersatz von Autofahrten und zum Teil sogar von Autos selbst. Und Corona? Wegen fehlender Teile und der Ladenschließungen gab es anfangs Lieferprobleme. Dann wegen der hohen Nachfrage. Fahrräder galten zeitweise im Internet als das neue Klopapier. Das erste Halbjahr übertraf beim Umsatz das ohnehin schon starke Vorjahr nochmal um 9,2 Prozent.

 

Corona beschleunigte aber nur die Entwicklung. Schon lange ist klar: Radfahren nützt der Wirtschaft, der Umwelt, den Menschen und den Straßen. Die Menschen wollen Rad fahren und tun es auch, wenn die Straßen ohne Angst vor Autos gut nutzbar sind, sie genießen die individuelle Mobilität. Auch für die Gesundheit ist Rad fahren zuträglich, es macht fit und stärkt die Abwehrkräfte.

 

Aber bei aller Euphorie: Jahrzehnte der autozentrierten Verkehrspolitik richteten viel Schaden an: 74 Prozent lassen Kinder nur ungern allein fahren, Städte bekommen bei der Fahrradfreundlichkeit im Schnitt nur die Schulnote vier und vor allem der Platzmangel auf und neben der Straße nervt. Damit alle beim Radfahren bleiben, muss es ich sicher und komfortabel anfühlen. Genau da setzt unsere Radstrategie an.

 

Das Rad hat und bietet große Chancen, aber wir müssen noch viel tun. „Putting strategy into action“ heisst der Leitspruch von Norton und Kaplan, zwei erfolgreiche Ökonomen. Wir Grüne schoben in der Küstenkoalition die RAD.SH als Arbeitsgemeinschaft der Kommunen an, sie wächst immer weiter und wir werden sie weiter fördern.

 

Meine Damen und Herren,

 

wir brauchen mehr Planungskapazität und –kompetenz, denn es hapert oft nicht am Geld, sondern an ausreichend Planer*innen vor Ort, das ist aktuell ein Riesenproblem. Ein Blick über den Tellerrand hilft: Hamburg bringt das Fahrrad ganz groß raus, plant mit Planungsbüros aus Kopenhagen. Bundesliga statt Landesliga, da müssen wir hin und wir sollten das Rad nicht neu erfinden, sondern auf Kooperationen mit Hamburg setzen und auch für uns nutzen. Fest steht: Unsere Radstrategie bereitet den Weg für ein Fahrradland im Echten Norden. Nun ist genug geredet, jetzt müssen wir handeln.

 

Lassen Sie uns gemeinsam aufsatteln und loslegen.

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