Wir brauchen einen kompletten Systemwechsel für Medizinprodukte

Zur heutigen (13. Dezember 2018) Landtagsdebatte zu Top 22 - Sicherheitsstandards für Medizinprodukte sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

 

Die Berichte der Implant-Files sind schockierend und ein klarer Handlungsauftrag für die Politik. Es ist gut, dass eine internationale Gruppe von Journalist*innen diesen Skandal aufgedeckt hat. Die Sicherheit der Patient*innen muss absoluten Vorrang vor den Gewinninteressen der Medizinprodukteindustrie haben.

 

Die Zulassung und Überwachung von Medizinprodukten, wie sie heute abläuft, ist viel zu lasch. Bisher werden Medizinprodukte nicht besser überprüft als ein Föhn. Das ist unfassbar.

 

Wir Grüne fordern ein neues, unabhängiges Prüfverfahren für Medizinprodukte wie Herzklappen oder Endoprothesen, mit dem Standard, der Medikamenten gilt. Eine neue, staatliche Behörde für die Zulassung und Kontrolle der Medizinprodukte. Eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für Herstellerfirmen. Ein verpflichtendes Register für Implantate, Prothesen und andere Medizinprodukte. Mehr Transparenz über die Qualität von Medizinprodukten. Verständliche Informationen für Patient*innen. Unabhängige Informationen für die behandelnden Ärzt*innen.

 

Eins steht für mich fest: Die Implant-Files dürfen nicht das Ende der Geschichte sein. Sie müssen das erste Kapitel zu einem kompletten Systemwechsel sein.

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