Wir brauchen grundlegende Verbesserungen für die Pflege

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 33 + 45 – Ausgestaltung der Pflegefinanzierung

Dazu sagt die sozial- und pflegepolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Pflegende leisten Herausragendes: physisch, psychisch und emotional. Sie stehen Menschen bei, die die einfachsten Dinge alleine nicht verrichten können. Das erfordert ein hohes Maß an Sensibilität und Integrität. Eine Situation, die für beide Seiten nicht einfach ist.

Deshalb sind Pflegefachkräfte gut ausgebildet. Das gilt für die Altenpflege und die Gesundheitspflege gleichermaßen. Aber das Einkommen von professionell Pflegenden spiegelt das nicht angemessen wieder. Weder im Krankenhaus und noch weniger in der Altenpflege.

40 Wochenstunden im Schichtdienst, nur wenige Minuten Zeit für eine Ganzkörperpflege, in der Nacht allein auf einer Station bis zu 40 Personen. Das ist die Realität. Für das persönliche Gespräch mit den Bewohner*innen oder die eigene Pause bleibt oft keine Zeit. Das ist eine extreme Situation und das müssen wir ändern.

Die Corona-Pandemie hat offensichtlich vielen die Augen geöffnet für das, was Pflegekräfte leisten. Die Belastung hat noch einmal exponentiell zugenommen. Es gibt zurzeit viel Zuspruch für Pflegekräfte. Von den Balkonen und aus den Fenstern gibt es Applaus. Das reicht allerdings nicht. Auch der Pflegebonus ist kein Allheilmittel.

Der Pflegebonus, so wie ihn sich Jens Spahn, vorstellt reicht uns Grünen nicht. Wir wollen nicht, dass ihn nur eine Gruppe erhält. Er muss für die Alten- sowie die Gesundheits- und Krankenpflege gezahlt werden. Und er sollte auch für die Auszubildenden gelten. Wenn der Bund hier zu eng denkt, werden wir versuchen, dies in der Jamaika-Koalition zumindest für Schleswig-Holstein glattzuziehen.

Sicher das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das ist völlig klar. Es ist klar, dass Klatschen und Boni nicht ausreichen. Es können natürlich nur Symbole sein. Auch klar ist, dass wir dran bleiben müssen. Wir brauchen nachhaltige, gerechte und belastbare Lösungen für die Pflege. Im Moment sind alle aufgewacht. Das ist gut und richtig.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Wir alle müssen jetzt die Wege dafür bahnen, dass es nach Corona grundlegende Verbesserungen für die Pflege gibt.

Mehr Personal, ein besseres Einkommen, attraktive und flexible Arbeitsstrukturen – all das müssen wir auf den Weg bringen. Keine Partei darf sich dabei wegducken. Und wer sich in ein paar Monaten an seine eigenen Forderungen nicht mehr erinnern kann, den werden wir daran erinnern.

Unser Dank gilt allen Pflegekräften in Schleswig-Holstein.

Thema: 

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