Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben

Zur heutigen (5. Dezember 2018) Anhörung im Umwelt- und Agrarausschuss zum Wolf in Schleswig-Holstein sagt die naturschutzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

 

„Der Wolf ist zurück in Schleswig-Holstein. Noch sind es einzelne Tiere und niemand weiß vorherzusagen, wie sich ihre Zahl weiter entwickelt. Auf der einen Seite ist der Wolf streng geschützt, weil sein Bestand noch immer nicht als gesichert angesehen wird. Auf der anderen Seite kann er zum Problem für Tierhalter*innen werden, die ihre Tiere auf der Weide halten. Wir Grüne nehmen die Sorgen und Ängste der Menschen sehr ernst. Wir wollen den Artenschutz für seltene Tiere und setzen uns zugleich dafür ein, dass es mehr Aufklärung und Monitoring einerseits und Unterstützung für die Tierhalter*innen andererseits gibt.

 

Wir müssen als Gesellschaft lernen, mit dem Wolf und anderen wilden Tieren zu leben. Dort wo es zu Konflikten kommt, brauchen wir rechtssichere Lösungen. Deshalb ist es richtig, dass Bund und Länder hier an klaren Definitionen arbeiten. Auch unter den geltenden Rechtsvorschriften können Wölfe, die dem Menschen gefährlich werden oder die sich auf Weidetiere als Beute spezialisieren, zum Abschuss freigegeben werden. Das ist auch richtig so. Wir brauchen also keine neuen Gesetze, sondern müssen uns darauf verständigen, wie diese anzuwenden sind.

 

Wer eine sachliche Debatte fordert, muss auch selbst sachlich bleiben. Sogenannte wolfsfreie Gebiete kann es schon deshalb nicht geben, weil kein Mensch weiß, wo der Wolf als nächstes auftaucht. Solche Forderungen helfen weder den Tierhalter*innen, noch dienen sie der Sache. Sie sind populistisch und streuen den Menschen Sand in die Augen.“

 

Der agrarpolitische Sprecher, Bernd Voß, ergänzt:

 

„In Schleswig-Holstein ist eine verbreitete Weidehaltung eine wichtige Voraussetzung für Artenvielfalt, Klimaschutz, Tourismus und für den Erhalt der Kulturlandschaft. Der Wolf stellt Tierhalter*innen vor enorme Herausforderungen. Das hat die heutige Anhörung erneut deutlich gezeigt. Sie brauchen und bekommen dabei unsere Unterstützung. Wir werden in der kommenden Woche mit dem Haushalt die Aufstockung der Mittel für Maßnahmen zum Schutz der Weidetierhaltung vor dem Wolf  um 640.000 Euro erhöhen. Das täuscht uns aber nicht darüber hinweg, dass viele Fragen hinsichtlich der möglichen und geplanten Maßnahmen sowie ihrer Auswirkungen offen bleiben.“

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