Es gilt das gesprochene Wort!
TOP 15 – Wohnortnahe stationäre Hospizplätze weiter bedarfsgerecht anpassen
Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,
Marret Bohn:
Wir haben in Schleswig-Holstein ein gutes Angebot an Hospizplätzen, aber es reicht noch nicht aus. Deswegen haben wir uns schon in der Küstenkoalition für einen Ausbau eingesetzt. Mit den Haushaltsberatungen haben wir eine Koordinierungsstelle auf den Weg gebracht und eine halbe Million Euro für den weiteren Ausbau beschlossen. Das ist wichtig und richtig.
Für uns Grüne ist und bleibt das Ziel, die Empfehlung der Fachgesellschaft zu erreichen. Da sind wir aber noch nicht, deswegen begrüße ich den vorliegenden Antrag.
Das Fundament der Hospiz- und Palliativversorgung in Schleswig-Holstein ist solide. Das zeigt auch der Bericht zur Hospiz- und Palliativversorgung deutlich, den die letzte Landesregierung im November 2014 vorgelegt hat. Aber in einer älter werdenden Gesellschaft dürfen wir uns nicht darauf ausruhen. Wir müssen auf diesem Fundament aufbauen – sonst wird es nicht ausreichen.
Aus diesem Grund hat der Sozialausschuss des Landtages Expert*innen und Ehrenamtliche zum Runden Tisch Hospiz- und Palliativversorgung eingeladen. Ein zentrales Ergebnis des Runden Tisches war, dass das Angebot insbesondere im stationären Bereich ausgebaut werden muss. Sterbende warten auf einen Platz im Hospiz, manchmal zu lang und dann am Ende vergeblich.
Sechs stationäre Angebote in einem Flächenland mit 15 Kreisen und kreisfreien Städten. Da bleiben viele Flecken weiß. 66 Betten auf 2,8 Millionen Einwohner*innen.
Der deutsche Hospiz- und Palliativverband hält 50 Betten für eine Million Einwohner*innen für angemessen – das wären landesweit dann knapp 150 Betten. Davon sind wir weit entfernt. Für uns Grüne steht fest, dass wir die Hospizplätze weiter ausbauen wollen. Das war auch das Ziel der Küstenkoalition. Das ist das Ziel von Jamaika.
Der Anteil älterer und sehr alter Menschen wird weiter zunehmen. Das müssen wir nicht nur in der Pflege berücksichtigen, sondern gerade auch bei der Palliativversorgung. Bei der Sterbebegleitung ist es wichtig, kurze Wege zu haben. Es wirkt sich extrem belastend auf alle Beteiligten aus, wenn der Weg ins Hospiz lang ist und nur mit dem Auto oder per Bahn bewältigt werden kann. Ein solcher Aufwand kann nicht täglich geleistet werden. Aber gerade eine intensive Begleitung durch Familie und Freunde ist wichtig und wünschenswert.
Sterben gehört zum Leben dazu. Würde und Selbstbestimmung sind Menschenrechte, die auch für Sterbende gelten.
Ich möchte mich dem Dank an die vielen Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen anschließen. In Schleswig-Holstein gibt es allein im ambulanten Bereich 1.200 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Was sie leisten, hat unsere volle Anerkennung. Sie alle stehen den Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite.
Für uns Grüne ist klar: Schleswig-Holstein ist bei der Hospiz- und Palliativversorgung auf einem guten Weg. Wir werden diesen Weg konsequent weiter gehen.
Fraktion SH



