Naturschutz morgen - Zeit zum umdenken

Adresse
Düsternbrooker Weg 70
24105
Kiel
Montag, September 28, 2015 - 10:00

Liebe NaturschutzfreundInnen!

„Alle wollen zurück zur Natur. Nur keiner geht zu Fuß“ so lautet ein alter Spontispruch. Naturliebe wird in Sonntagsreden häufig und gerne postuliert. Im Alltag aber kommt die Natur immer wieder unter die Räder. Die Trauerseeschwalbe auf Eiderstedt – das wohl traurigste Symbol für den Verlust an biologischer Vielfalt – kann ein langes Lied davon singen.

Was läuft schief? Warum bringen wir Anspruch und Wirklichkeit nicht zur  Deckung? NaturschützerInnen können eine Vielzahl von Gründen benennen, die ihre Arbeit erschweren, vor allem die immer intensivere Nutzung unserer Landschaft. Siedlungs- und Straßenbau, eine zunehmend industrialisierte Landbewirtschaftung, Energiegewinnung und Gewerbe sind als Verursacher  schnell ausgemacht. Und die Diskussion zwischen NutzerInnen und  SchützerInnen endet häufig in ideologischen Schützengräben, die eine Verständigung und Kompromisse unmöglich machen. Dabei läuft uns die Zeit  davon.

Immer mehr Arten verschwinden immer schneller:
- 19 von 59 Säugetierarten in Schleswig-Holstein finden sich auf der Roten  Liste, 24 Prozent aller bei uns heimischen Säugetierarten sind stark  gefährdet.
- 55 Prozent unserer Wildbienen sind gefährdet, ein knappes Viertel ist bereits  ausgestorben. Dabei sind 80 Prozent der für unsere Ernährung  wichtigen Kulturpflanzen auf ihre Bestäubungsleistung angewiesen.
- Der Rückgang der Wiesenvögel ist seit Jahrzehnten dramatisch. Allerweltsvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe verschwinden mit dem  strukturreichen Grünland aus unserer Landschaft.

Schlagzeilen machen sie alle nicht. Der Verlust an biologischer Vielfalt verläuft  von vielen, auch in der Politik, unbemerkt. Dabei zeigt das Beispiel der Bienen, wie auch wir Menschen existenziell auf die Natur angewiesen  sind. Höchste Zeit also zum Umdenken! Welche Instrumente müssen  geschärft, welche neuen Strategien entwickelt werden, damit es der Natur bei uns wieder besser geht? Darüber möchte ich mit Ihnen diskutieren.

Ich freue mich auf Sie, ihre Marlies Fritzen

 

Für das Mittagessen wird ein Kostenbeitrag von 10 € erhoben.
Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung bis zum 21. September 2015.
Tel.: 0431/988 1500 · fraktion@gruene.ltsh.de
Bitte legen Sie am Landtagseingang Ihren Ausweis vor.

 

Ablauf
10:00 Ankommen, Getränke

10:30 Begrüßung und Moderation
Marlies Fritzen, umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen

10:45 Natur als Raum der Freiheit – warum Naturschutz unser Leben besser macht
Dr. Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

11:15 Wo steht der Naturschutz im Jahr 2030?
Prof. Dr. Beate Jessel, Bundesamt für Naturschutz

11:45 Weiter so im Naturschutz?

- Möglichkeiten und Grenzen des bewahrenden Naturschutzes
Prof. Dr. Tim Diekötter, Institut für Natur und Ressourcenschutz, CAU Kiel
- Möglichkeiten und Grenzen des Vertragsnaturschutzes
Dr. Norbert Röder, Thünen-Institut Braunschweig

12:30 Mittagspause

13:45 Umdenken: Neue Wege im Naturschutz

- Strategisches Umfeldmanagement
Dr. Petra Krings, Berlin
- Der Ökosystemansatz als Managementprinzip des Naturschutzes
Prof. Dr. Detlef Czybulka, Universität Rostock
- Biodiversitätsbewertung landwirtschaftlicher Betriebe als Grundlage für zukünftige Agrarzahlungen
Dr. Helge Neumann, DVL
- Thesen zur Zukunft der EU-Naturschutz-Finanzierung
Konstantin Kreiser, NABU Bundesverband

15:15 Kaffeepause

15:30 Abschlussdiskussion

16:45 Schlusswort
Marlies Fritzen

17:00 Ende der Veranstaltung

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