Politik gegen die Lebensgrundlagen

Zu der Pressemitteilung  der verkehrspolitischen  Sprecher der Grünen Landtagsfraktionen aus den Nordländern Schleswig-Holstein, Hamburg,  Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern am 06.04.2016 sagt der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:

Schon der Titel “Bundesverkehrswegeplan 2030 modernisieren, vernetzen, beschleunigen“ ist blanker Hohn. Verkehrsträgerübergreifende Betrachtungen fehlen und während Straßenbauprojekte detailliert dargestellt werden, bleibt es bei der umweltfreundlicheren Schiene oftmals bei schwammigen Platzhaltern. Hier fordern wir Grünen endlich Klartext statt des immerwährenden bayrischen Mottos „Schauen wir mal“.

Schon in der Finanzierung des BVWP steckt der Wurm drin. Die geplanten Investitionen benötigen über 15 Jahre jährlich ca. 17 Mrd. Euro. Veranschlagt sind jedoch lediglich 12 – 15 Mrd. Euro. Der BVWP ist immer noch eine hoffnungslos überfrachtete „Wünsch-Dir-Was-Liste“. Dabei belegen Studien zum Fernstraßenausbau (u.a. des Instituts Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt) wie sehr die tatsächlichen Verkehrsauslastungen immer wieder erheblich unter den Planungsannahmen aus dem Bundesverkehrswegeplan liegen.

An der A20 zeigt sich auch das besondere Politikversagen Dobrindts. Erst rechnet er explizit aus, dass die A20 das schädlichste Projekt überhaupt ist, und dann stellt er sie trotzdem in den vordringlichen Bedarf. Das ist Politik gegen die Lebensgrundlagen der Menschen. Die Grünen aus Norddeutschland sind sich einig, dass die A 20 Planung auf neue Füße gestellt werden soll. Der gezielten Ausbau vorhandener Straßen in Schleswig-Holstein stärkt die dringend benötigten Ost-West-Verbindungen im Land und mit dem Elbsprung Brunsbüttel – Cuxhaven erreichen wir die staufreie A27 bei Cuxhaven schneller als es mit der bisherigen vermurksten Linienführung der A20 je denkbar wäre.

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