Wir brauchen ein Umdenken bei der Trassenplanung

Zur heutigen Berichterstattung zum Ausbau der A20 sagt der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:

Grüne haben stets darauf hingewiesen, dass ein Autobahnneubau quer zu allen Wegen, mitten durch die Landschaft, der Umwelt schadet. Heute bestätigt der Umweltbericht zum Bundesverkehrswegeplan all unsere Argumente. Die A20 schlägt alle Negativrekorde. Kein anderes Projekt zerstört mehr Lebensräume und verbraucht mehr Fläche. Diese Erkenntnis hat nun auch den Bundesverkehrsminister getroffen. Unsichere Finanzierung, hohe Baukosten, großer Umweltschaden: Es ist an der Zeit, endlich sinnvolle Alternativen zu erarbeiten. Augen zu und durch ist die schlechteste aller Varianten.

Weiterhin mit dem Betonkopf durch die Wand zu planen, funktioniert nicht mehr. Wir brauchen endlich ein Umdenken bei der Trassenplanung. Eine klare Netzplanung, nach Prioritäten sortiert, muss die vorhandenen Denk- und Planungsblockaden endlich ablösen. Erhalt vor Ausbau, Ausbau vor Neubau, Nutzen für das Netz vor Einzelprojekten, Schiene und Wasserwege vor Straße.

Wir Grüne haben uns mit der Frage nach Alternativen intensiv auseinander gesetzt und einen Vorschlag für einen alternativen Trassenverlauf entlang bestehender Landes- und Bundesstraßen vorgelegt: „Der Grüne Weg nach Westen“. Dieser ließe sich nicht nur einfacher umsetzen, sondern würde auch schneller zu einer Entlastung für Mensch, Natur und Wirtschaft führen.

Diesem Vorschlag sind die anderen Parteien im Landtag leider noch nicht gefolgt. Sie halten stur an der alten Trassenführung fest. Damit sind sie Teil des Problems und nicht der Lösung. Eines haben 20 Jahre bisheriger Planung der A20 gezeigt: Schnell geht diese Trassenführung auch in den nächsten 20 Jahren nicht. Daniel Günther verdrängt, dass frühere CDU-Verkehrsminister bessere Bedingungen für den Weiterbau der A20 hatten. Passiert ist dennoch nichts. Stattdessen wurden Planungsfehler bei der A20 begangen.

Schleswig-Holstein kann sich das Warten auf die A20 nicht mehr leisten. Wer jetzt neu plant, kann viel schneller am Ziel sein. Wir brauchen Lösungen für jetzt.

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