„Inklusionsquote“ - bunt, nicht im Fokus!

Zur Diskussion um die „Inklusionsquote“ sagt die schulpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Anke Erdmann:

In den Diskussionen um schulische Inklusion spielt die „Quote“ in den bildungspolitischen Diskussionen im Landeshaus eine völlig nachranginge Rolle, das hat sich auch in dem umfassenden Beratungen zum Inklusionsbericht gezeigt. Genau auf die beschränkte Aussagekraft der Quote wollte Prof. Hase zu Recht den Blick lenken, das hat er auch im Bildungsausschuss mehrfach betont – und es gab in dieser Frage keinen Dissens.

Wer anderes behauptet wie z.B. die CDU, pflegt eher seine eigenen Vorurteile und hat die vielen inhaltlichen Diskussionen offenbar ignoriert.

Dass es Nachholbedarf bei der Unterstützung von Inklusion gibt, daran besteht auch kein Zweifel. Was ist seit 2012 schon auf den Weg gebracht worden, um die Lücke zu schließen:

- In diesem Schuljahr gehen Schulassistenzen an die Grundschulen. Gab die Regierung bis 2013 noch keinen einzigen Cent aus, so beteiligt sich das Land ab 2016 mit rund 26 Mio. Euro an Schulbegleitung und –assistenz.

- Im vergangenen Haushalt wurden 50 zusätzliche Stellen für Förderlehrkräfte geschaffen.

- Auch die zusätzlichen Mittel für Schulsozialarbeit des Landes in Höhe von rund 13 Mio. Euro unterstützen die Schulen.

- In der Lehrerausbildung wird das Thema Inklusion endlich aufgegriffen

Das ist deutlich mehr als nichts – und allen ist klar, dass wir noch nicht am Ziel sind.

Natürlich ist die sogenannte „Inklusionsquote“ nur bedingt aussagekräftig, das wissen alle und das sagen auch alle. Dennoch ist sie ein Indikator dafür, ob ein Land eher auf Förderzentren oder auch für Kinder mit Handicap auf den Besuch einer regulären Schule setzt. Da hat Schleswig-Holstein eine gute Tradition und hat früher als andere Bundesländer auf diesen Weg gesetzt, lange schon vor der UN-Menschenrechtskonvention zum Thema Inklusion.

Die vielen Preisträgerschulen für Inklusion zeigen, dass in Schleswig-Holstein tatsächlich viele gute Beispiele zu finden sind. Der bundesweite Jakob-Muth-Preis für Inklusion ist so in den letzten Jahren unter anderem nach Flensburg an die Waldschule, das Förderzentrum Lernen Schleswig-Kropp und das Landesförderzentrum Sehen in Schleswig gegangen. Auch hier spiegelt sich wieder, dass eine schwarz-weiß-Diskussion nicht angebracht ist: Preisträgerschulen sind sowohl Regelschulen als auch Förderzentren.

Ein Blick auf die Zahlen: Seit 1990 steigt die sogenannten „Inklusionsquote“ stetig, seit rund 2005 jährlich um zirka drei Prozentpunkte. Das war in der Großen Koalition nicht anders als unter Schwarz-Gelb oder jetzt unter Rot-Grün-Blau. Sie hat keine besondere Farbe – die Inklusionsquote ist extrem bunt! Wenn sich Frau Franzen, die die Schulpolitik der ehemaligen Regierungsfraktion CDU mitgeprägt hat, jetzt in Rage redet, sollte man wissen: Am Tempo hat sich nichts geändert.

Wer also behauptet, die Küstenkoalition schaue nur auf die Quote und habe die Qualitätsverbesserung nicht im Blick, hat einfach einen gewaltigen Knick in der Optik oder eine Schlafbrille auf!

 

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