Zur aktuellen Debatte zur Abschaffung von Schulnoten in Grundschulen sagt die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Anke Erdmann:
Grundschulen haben die Wahl, ob sie in Klasse drei und vier Noten geben wollen. Die meisten Schulen wollen an den Ziffernnoten festhalten. Zwanzig Prozent der Grundschulen haben sich aber bewusst für einen anderen Weg entschieden und geben in Klasse drei und vier oder auch nur in der dritten Klasse keine Noten.
Diesen knapp hundert Grundschulen will die CDU nun vorschreiben, dass Ziffernnoten ab der dritten Klasse auf jeden Fall zu geben sind. Da waren ja die beiden Carstensen-Regierungen noch liberaler.
Wir Grünen sind der Auffassung, dass notenfreie Grundschulen insgesamt zu größerem Lernerfolg und auch zu mehr Leistungen führen. Wir wissen aber, dass viele anderer Meinung sind und überlassen darum unseren Grundschulen die Entscheidung.
Warum sind wir skeptisch gegenüber Ziffernnoten in der Grundschule? Gute Noten spornen an, ein Lob ohne Ziffern hat aber die gleiche Wirkung. Was ist aber mit Grundschulkindern, die sich schwer tun? Die üben und üben und doch nur Vieren ernten? Ein klares, aber unterstützendes Feedback halten wir für wirksamer. Man bekommt schlechte Noten eben nicht nur deshalb, weil man sich „einfach nicht angestrengt hat“. Schlechte Noten in der Grundschule können richtig demotivieren und, wie es der Hirnforscher Prof. Spitzer sagt, „ersticken kindliche Neugierde“. Wir brauchen aber das Gegenteil.
Noch vor einem Jahr war das neue Bildungsthema der CDU in Schleswig-Holstein noch mehr Schulautonomie, nun ist Zwang und Verbot Linie in der CDU-Schulpolitik.
Fraktion SH


