Zur heutigen Vorstellung der Prüfergebnisse zur Umlagerung von Brennelementen durch das Ministerium für Energiewende sagt der Grüne Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Steinburg, Bernd Voß:
An diesen Ergebnissen wird wieder deutlich, in welche Situation uns die Nutzung der Atomenergie getrieben hat. Da steht ein Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll, dem per höchstrichterlichen Beschluss die Genehmigung wegen nicht nachgewiesener Sicherheit wie beispielsweise gegen Terrorangriffe oder gezielten Flugzeugabsturz entzogen wurde. Die neun Castoren, welche bereits im Zwischenlager stehen, bleiben durch eine Verfügung der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde vorübergehend geduldet.
Vattenfall hat die Umlagerung der Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter in das nicht mehr genehmigte atomare Zwischenlager am Standort des Atomkraftwerkes beantragt, da dies ein sicherer Ort als der Reaktordruckbehälter sei.
Das Sicherheitsgutachten empfiehlt nun das Standortzwischenlager als geeigneten Ort für die weitere Lagerung. Angesichts der Ausgangslage sind dies Sachzwänge, bei denen sich niemand gegen den vorübergehenden Sicherheitsgewinn aussprechen kann. Vor derartig verfahrenen Situationen haben wir immer wieder gewarnt.
Weder die genehmigten, noch die nicht genehmigten atomaren Zwischenlager dürfen schleichend zu Endlagern werden. Es ist dringend erforderlich, dass zeitnah in die Planung einer zentralen Zwischenlagerung für hochradioaktiven Müll eingestiegen wird. Sie muss einen höchstmöglichen Sicherheitsstandard haben und auch Techniken zur Reparatur defekter Castoren am Standort vorsehen. Wie in allen technischen Bereichen gilt: Auch bei den Castoren gibt es Alterungsprozesse.
Fraktion SH



