Windmesse: So nicht, Hamburg!

Zu den Berichten, dass die Hansestadt Hamburg ab dem Jahr 2014 eine eigene Windmesse ausrichten werde, sagt der energiepolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen:

Nun ist es offiziell: Hamburg will sich zur Leitmesse der Windenergie entwickeln, was bislang Husum ist und aus unserer Sicht auch in Zukunft bleiben soll.

Allein die Ankündigung, sich eine Woche vor die Messe in Husum zu setzen, ist an Aggressivität nicht zu übertreffen. Norddeutsche Kooperation sieht anders aus: Da werden die jeweiligen Kompetenzen und wirtschaftlichen Interessen beachtet und produktiv zueinander organisiert. Mit der Konkurrenzmesse zerschlägt Hamburg mehr Porzellan als es in seiner egozentrischen Interpretation von norddeutscher Zusammenarbeit selber ahnt. SPD-Bürgermeister Scholz ist sein Wahlerfolg und die sozialdemokratische Alleinregierung offensichtlich zu Kopf gestiegen.

Das Ganze begleitet die Hansestadt mit einer verlogenen Besorgnisrhetorik, dass die weltweite Führungskompetenz der Windenergie in Norddeutschland zu sichern wäre und dass es deswegen gut sei, Hamburg als Hauptstadt der Windenergie zu bezeichnen und Schleswig-Holstein die wichtigste und einzige internationalen Industriemesse abspenstig zu machen. Genauso unehrlich ist die Behauptung, dies sei eine Entscheidung der Wirtschaft und habe mit politischer Initiierung und Unterstützung rein gar nichts zu tun.

Wer sich Sorgen um Norddeutschland und Windkompetenz macht, setzt sich vor solchen gravierenden Entscheidungen mit seinen Partnern an einen Tisch. Dies hat Hamburg zu keinem Stadium der Entscheidungsfindung für nötig befunden. Wir sind als Schleswig-Holsteiner nicht nur gut, Ausgleichsflächen für die Erweiterung der Airbusindustrie und  das Ausbaggern der Elbe zur Verfügung zu stellen. So nicht, Hamburg!

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