Plietsch! Bildungspolitische Gespräche

plietsch!- Flüchtlinge Willkommen!

plietsch!- Flüchtlinge Willkommen!

Viele von ihnen schaffen bereits nach kurzer Zeit den Einstieg in reguläre Schulen oder das Ausbildungssystem. „Der wui, der wui, der wui!“, sei eine der Hauptgründe, warum AbsolventInnen der  oft mit offenen Armen in den bayrischen Betrieben empfangen würden. Übersetzt ins Hochdeutsche heißt das: „Er will, er will, er will!“ Die Motivation und der Bildungshunger seien so augenscheinlich, dass viele Betriebe schnell überzeugt seien, dass jugendliche Flüchtlinge nicht nur eine Chance verdient haben, sondern auch eine Chance für Betriebe böten.

Natürlich gibt es auch Jugendliche, die an ihren Erfahrungen im Ursprungsland und auf der Flucht schwer zu tragen haben. Es gibt auch die, die erst hier – aufgrund des unsicheren Aufenthaltsstatus – traumatisiert werden. Hier steht die Begleitung, die Stabilisierung und die Parteinahme für die Jugendlichen im Vordergrund.

Die SchlaU-Schule ist als Schule für jugendliche Flüchtlinge anerkannt und wird aus öffentlichen Mitteln, Stiftungsgeldern und auf Spendenbasis finanziert.

Nach dem Einstieg von Michael Stenger, stellt Heidi Näpflein ein Projekt der Handewerkskammer aus Lübeck vor: „Handwerk ist interkulturell“. Auch hier geht es darum, Flüchtlingen in bestimmten Bereichen einen Einstieg in Ausbildung und Arbeitsmarkt zu erleichtern. So werden berufsspezifische Deutsch- und Mathekenntnisse vermittelt, es werden Einzelcaochings angeboten, Flüchtlinge an Betriebe vermittelt. Zudem gibt es Unterstützung bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und der Kompetenzerfassung, denn oft sind Abschlüsse aus anderen Regionen hier nicht anerkannt, die Berufsbilder nicht vergleichbar und vor allem keine Dokumente und Papiere vorhanden.

In Kiel haben sich die Beruflichen Schulen auf den Weg gemacht. So berichtete Wulf Wersig, Schulleiter des RBZ Wirtschaft Kiel Ravensberg, von den sogenannten „DaZ“-Klassen. Dort werden Jugendliche, die Bedarf an Deutsch-Förderung besonders gefördert und zum mittleren Schulabschluss geführt. Diese Projekte gingen zunächst auf das Engagement der Schule zurück, seit 2014 werden diese und andere Schulen vom Bildungsministerium in dieser Arbeit auch endlich unterstützt!

Mit im Boot am RBZ Wirtschaft in Kiel ist auch die Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V. (ZBBS). Mona Golla vertrat die ZBBS, die u.a. bei der konkreten Begleitung der Schülerinnen und Schülern zur Seite steht, denn die vielfältigen Fragen zum Aufenthaltsstatus und anderen rechtlichen Punkten verlangen viel Fachexpertise. Mona Golla sprach sich für das integrierte System in Kiel aus, also ein Angebot für jugendliche Flüchtlinge an den regulären Schulen. Die Ausweitung der Berufsschulpflicht für Flüchtlinge sei besonders wichtig – auch hier müsse man nach Bayern sehen, so Mona Golla.

Ines Strehlau und Anke Erdmann, die beiden Bildungsausschussmitglieder der Grünen Landtagsfraktion führten durch den Abend. Eine Änderung des Schulgesetzes werde geprüft, realistischer aber sei eine Öffnungsklausel, so dass Jugendliche keine Nachteile aufgrund des Alters hätten. Die Schulen gingen aber schon jetzt sehr pragmatisch und im Sinne der Schülerinnen und Schüler vor: von den 1.200 Schülerinnen und Schülern an Beruflichen Schulen, die Deutsch-als-Zweitsprache-Bedarfe aufweisen, sind derzeit nur rund die Hälfte überhaupt berufsschulpflichtig. Die Schulen haben also mit der Öffnung begonnen – und zwar nicht nur im Einzelfall wie die Zahlen belegen.

Thema: 

Gymnasium und Inklusion – Quadratur des Kreises?

„Wenn man die Schritte nur klein genug macht, dann ist inzwischen auch die Quadratur des Kreises möglich!“ , stellte Dr. Thomas Hillemann, Landeselternbeiratsvorsitzender der Gymnasien fest. Gymnasien könnten sich der Herausforderung Inklusion nicht entziehen. Den anderen Pol markierten einige Wortbeiträge aus dem Publikum: Gymnasium und Inklusion, das passe einfach nicht zusammen.

Die Referentinnen und Referenten der Veranstaltung Gymnasium und Inklusion – Quadratur des Kreises? : Frank Ulrich Bähr (Städtisches Gymnasium Bad Segeberg) , Moritz Magnussen ( Vertretung für den Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung), Dr. Thomas Eggers (Marion-Dönhoff-Gymnasium Mölln), Dr. Thomas Hillemann (Landeselternbeiratsvorsitzender der Gymnasien),  Anke Erdmann (bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,  Bettina Michaelsen (Leiterin des Förderzentrum) , Julia Rohde (Leherin- Ludwig-Meyn-Gymnasium), und Doris Schmidt (Lehrerin- Ludwig-Meyn-Gymnasium).

An diesem plietsch!-Abend haben wir zwei Gymnasien vorgestellt, die Integrationsklassen haben, wie wir sie sonst nur aus Gemeinschaftsschulen kennen. Das Städtische Gymnasium aus Bad Segeberg ist schon lange dafür bekannt, dass es in zwei Klassen auch Kinder mit Förderbedarf Lernen und Geistige Entwicklung aufnimmt. Die Kinder kommen aus Regelgrundschulen, in denen sie oft schon gemeinsam in eine Klasse gegangen sind. Frank Ulrich Bähr stellte die Rahmenbedingungen vor, unter denen in Bad Segeberg das Projekt seit inzwischen 17 Jahren gelingt.

Frank Ulrich Bähr (Städtisches Gymnasium Bad Segeberg)

Das Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen ist seit diesem Jahr am Start. Der Schulleiter, Alexej Stroh , und die Leiterin des Förderzentrum, Bettina Michaelsen, umrissen die Voraussetzungen und die Zielrichtung. In einer Klasse werden seit Sommer drei Kinder mit Förderbedarf unterrichtet. Wie das zugeht, was gelernt und organisiert werden muss, dass schilderten im Anschluss die Klassenlehrerinnen Julia Rohde und Doris Schmidt.

Zusätzliche Ressourcen und Freiwilligkeit, ein gutes Miteinander von Gymnasium und Förderzentrum, das sind einige der Bedingungen für das Gelingen beider Projekte. Wichtig sei auch Planbarkeit. Eine Maßnahme, in der von Schuljahr zu Schuljahr neu entschieden würde, wie die Begleitung aussehen kann, sei eine echte Hürde.

Darauf stellte besonders auch Dr. Thomas Eggers vom Marion-Dönhoff-Gymnasium in Mölln ab. Gerade die Planbarkeit, die Fachlichkeit durch FörderpädagogInnen und die räumlichen Bedingungen müssten stimmen, wenn nicht nur zielgleich, sondern „zieldifferent“ unterrichtet werden solle. Ihn hatten wir gebeten, aus seiner Perspektive zu schildern, wie aus Modellprojekten Serienmodelle werden können. Moritz Magnussen, der den Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung vertrat, machte deutlich, dass Kinder mit und ohne Förderbedarf gleichermaßen von der inklusiven Beschulung profitieren können.

Bettina Michaelsen (Leiterin des Förderzentrum) und Alexej Stroh (Schulleiter- Ludwig-Meyn-Gymnasium)

Wieder ein neuer Impuls für die Fragen, wie Inklusion an Schulen gelingen kann.

Thema: 

Das Rütli-Wunder – Plietsch!-Veranstaltung am 03.11.2016

Eine Schule in Neukölln kurz vor dem Kollaps: Vor zehn Jahren sorgte ein „Brandbrief“ des Kollegiums der Rütli-Schule für bundesweite Schlagzeilen. Seitdem ist sehr viel passiert und die Berliner Schule hat sich zu einer Vorzeigeschule durch viel Engagement und Kompetenz entwickelt. Die Schulleiterin der Rütli-Schule, Cordula Heckmann, stellte an diesem plietsch-Abend vor, wie ihr und Ihren KollegInnen der Umbruch gelang.

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Rückblick zur Veranstaltung: Feedback ist keine Einbahnstraße

Was passiert, wenn Schulen systematisch um Feedback von Schülerinnen und Schülern zum Unterricht bitten? Welche Rolle kann das Feedback bei der Qualitätsentwicklung spielen? Dazu sprach Prof. Hans Anand Pant, Leiter der Deutschen Schulakademie der Robert-Bosch-Stiftung, bei unserer letzten plietsch!-Veranstaltung.

plietsch! Bildungspolitische Gespräche der Grünen Landtagsfraktion

Schule isst gesund

Kinder verbringen immer mehr Zeit in Kita und Schule - ein Mittagessen gehört dazu: Bezahlbar, lecker und gesund sollen die Angebote sein. Es gibt noch viel zu tun, aber welche Möglichkeiten haben Schulen und Schulträger umzusteuern?

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Guter Unterricht? – Hinweise aus der Hattie-Studie

So viel Andrang hat es selten bei unseren bildungspolitischen Gesprächen gegeben. Während am Anfang der Woche die Anmeldezahl für unseren „Hattie-Abend“ noch eher mau war, stand das Telefon ab Dienstag nicht mehr still: Die Kieler Nachrichten hatte in einer Meldung auf Seite 1 (über dem Knick!) unter der Überschrift „Grüne hinterfragen Reformpädagogik“ unsere Veranstaltung beworben.

Erstens: Es kommt anders….und zweitens: als man denkt! Plietsch! Bildung macht stark- Hinweise aus der Hattie- Studie (11.04.13

Wie plant man eine Veranstaltung für über 300 Personen? Mit dieser Frage wurde ich in meiner letzten Praktikumswoche bei der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen konfrontiert. Ohne Frage eine Herausforderung.

Prof. Dr. Möller bei seinem Vortrag zur Hattie-Studie

Veranstaltung am 11.04.2013: Guter Unterricht? Hinweise aus der Hattie-Studie

Liebe Bildungsinteressierte,

was macht guten Unterricht aus? – Das ist die zentrale Fragestellung der Bildungsforschung. Seit John Hattie 2009 mit seiner Studie „Visible Learning“ eine Antwort auf diese Frage vorgelegt hat, ist er in aller Munde. Aus diesem Grund wollen wir uns zusammen mit Herrn Prof. Dr. Jens Möller (Christian-Albrechts-Universität Kiel) die viel zitierte Studie genauer ansehen und diskutieren, welche Hinweise aus der Studie für die Praxis gezogen werden können.

>> Die Präsentation von Herrn Prof. Dr. Jens Möller finden Sie hier <<

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