Bienenschutz – Bundesregierung muss Blockadehaltung aufgeben

Zum Scheitern des Teilverbotes auf EU-Ebene für bienengefährliche Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide durch die Enthaltung der Bundesregierung sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Die Blockade, die die Bundesregierung mit ihrer Enthaltung in der gestrigen Sitzung des ständigen Ausschusses der EU bewirkt hat, ist beschämend. Ein EU-weites Anwendungsverbot von bienengefährlichen Pestiziden in Kulturen, die von Bienen besucht werden, wäre dringend erforderlich. Dazu gehört eindeutig auch Raps. Es ist ein reines Täuschungsmanöver, wenn die Bundesregierung ihre Enthaltung jetzt mit dem möglichen Einsatz in Wintergetreide begründet.

Die Studien der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zur Bienengefährlichkeit der Neonicotinoide sind alarmierend. Die bisher in Deutschland bei Raps nicht verbotenen Beizmittel verteilen sich auf die gesamte Pflanze und werden deshalb von Bienen aufgenommen. Die Widerstandsfähigkeit der Bienen gegen Varroa-Milben wird bereits bei sehr geringen Konzentrationen ab 0,1 Nanogramm beeinträchtigt. Auch in Schleswig-Holstein hat das Bienensterben erschreckende Ausmaße angenommen. Den Winter 2011/2012 haben ein Drittel der Völker nicht überlebt.

Natürlich ist es problematisch, dass es für Raps und Rüben in Schleswig-Holstein derzeit keine gleich wirksamen Alternativen gibt. Das ist die Folge, wenn sich die Praxis der Zulassung und Überwachung von Pflanzenschutzmitteln zu sehr nur auf Studien der Pflanzenschutzmittelhersteller verlässt statt unabhängige Studien erstellen zu lassen. Es hätte sonst schon viel früher nach Lösungen gesucht werden können. Jetzt ist der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse so gravierend, dass schnell gehandelt werden muss.

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