Bundeslandwirtschaftsminister hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt

Zu der für 2017 geplanten Einführung eines staatlichen Tierwohllabels in Dänemark für Schweinefleisch sagt der agrar- und verbraucherschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Eine transparente, abgestufte und verbindliche Kennzeichnung der Haltungsform bei tierischen Produkten, analog zur Kennzeichnung von 0 bis 3 beim Hühnerei, fordern wir Grüne seit langem. Die Regierungskoalition in Schleswig-Holstein hat einen klaren Beschluss dazu gefasst. Jetzt macht sich Dänemark daran, dies umzusetzen - zunächst beim Schweinefleisch ab 2017. Es ist davon auszugehen, dass sie dabei den deutschen Markt im Blick haben.

Umfragen zeigen: die VerbraucherInnen in Deutschland wären bereit, für Produkte mehr zu zahlen, die verbindlich gelabelt zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung beitragen. Die ErzeugerInnen hätten damit die Chance auf eine höhere Wertschöpfung und die Möglichkeit zum Einstieg in eine tiergerechtere Haltungsform.

Gegenüber der Brancheninitiative Tierwohl, die in Deutschland umgesetzt wird, besteht der entscheidende Vorteil eines solchen staatlichen Labels darin, dass VerbraucherInnen diese Produkte einfach und eindeutig beim Einkauf identifizieren können. Sie können so durch ihre Kaufentscheidung ein Umsteuern in der Tierhaltung durchsetzen. Bei den Legehennen hat dies kurzfristig funktioniert. Auch wenn die Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Eiprodukten bislang noch verweigert wird.

Leider haben wir einen Bundesminister, der die die Zeichen der Zeit weder bei der Milcherzeugung noch bei der Fleischproduktion erkennt. Unseren BäuerInnen werden so Entwicklungsmöglichkeiten verbaut.

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