Zum Bericht im Umwelt- und Agrarausschuss zu Pyrrolizidinalkaloid-Gehalten in Honigproben sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:
Der Bericht hat deutlich gemacht, dass das Jakobs-Kreuzkraut eine heimische, bei uns natürlicherweise vorkommende Pflanze ist. Die Forderung nach Verboten, Ausrottung oder ähnlich rigorosen Maßnahmen ist absurd. Zudem enthalten auch noch eine ganze Reihe weiterer heimischer Pflanzen Pyrrolizidinalkaloid (PA). Zum Beispiel das beliebte Gartenkraut Borretsch.
Die seit einigen Jahren zu beobachtende starke Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes bringt Probleme mit sich, die nicht einfach vom Tisch gewischt werden können. Die hohen PA-Gehalte in einigen Honigproben zeigen, dass eine Verharmlosung nicht angebracht ist. Ein Aufbauschen oder Skandalisieren wird der Sache aber auch nicht gerecht.
Ich begrüße es, dass das Messprogramm für den Honig jetzt ausgeweitet wurde. Dies zeigt, dass auch die ImkerInnen sehr verantwortlich mit dem Problem umgehen. Zu loben ist auch der vorbildliche Umgang der Stiftung Naturschutz mit der Pflanze.
Das Know-How, das dort inzwischen aufgebaut wurde, kommt allen Flächennutzern zu Gute, die nach geeigneten Wegen suchen, das Jakobs-Kreuzkraut auf ihren Flächen einzudämmen. Sowie allen ImkerInnen, die dort über das Imkertelefon Beratung erhalten.
Durch nicht sachgerechte Maßnahmen und falsch verstandenen Aktionismus würde die Ausbreitung gefördert werden. Dem Versuch, unter dem Deckmantel der Gesundheitsvorsorge bestimmte Naturschutzkonzepte abzulehnen, ist eine klare Absage zu erteilen. Neben Maßnahmen zum Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut müssen wir dafür sorgen, dass Honig- und Wildbienen wieder mehr Blütenangebote in der Landschaft vorfinden. In der Verarmung der Agrarlandschaft liegt die eigentliche Wurzel des Übels.
Fraktion SH



