Die Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung und Vogelgrippe müssen stärker erforscht werden!

Zur Vogelgrippe und den dazu ergangenen Maßnahmen seitens der Landesregierung sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Wir sehen keinen Grund zur Panik, aber Vorsichtsmaßnahmen sind berechtigt. Die Ausbreitungswege der Vogelgrippe sind bisher nicht geklärt. Es besteht Anlass zur Vermutung, dass das Auftreten der Vogelgrippe auch mit den Strukturen in der industrialisierten Geflügelhaltung zusammenhängt.

Die Geflügelhaltung hat sich in den letzten Jahren wie kaum eine andere Tierhaltung in immer weniger und immer größeren industriellen Anlagen konzentriert. Konsequenz daraus sind viele und lange Transporte, auch über Ländergrenzen hinweg. Transporte von Schlachttieren, Schachtabfällen, Fleischwaren, Geflügelkot. Wir fordern daher die Bundesregierung und das zuständige Friedrich-Loeffler-Institut des Bundes auf, diese möglichen Zusammenhänge stärker in den Blick zu nehmen.

Es ist schwer vorstellbar, dass über Wildvögel Erreger in geschlossene Mastanlagen gekommen sein sollen. Der umgekehrte Ausbreitungsweg, von Produkten und den Geflügelkot aus der Geflügelhaltungsanlage in die Umwelt, scheint auch möglich. Dies spricht nicht gegen das Wildvogelmonitoring, aber zugleich für einen zeitnahen Einstieg in eine vertiefende Ursachenforschung innerhalb des Systems der industrialisierten Tierhaltung.Die damit zusammenhängenden Tierbewegungen sowie Stoff- und Warenströme sind eine potentielle Gefahrenquelle.

Ein richtiger Schritt ist daher das vom MELUR erlassene Verbringungsverbot für importierten Hühnerkot. Zur besseren Kontrolle der Gülleströme trägt auch die Umsetzung der Düngemittelverbringungsverordnung mit Dokumentationspflichten für Gülleexporte und –importe bei, eine Maßnahme, die auch unabhängig von der Vogelgrippe stattfindet und sinnvoll ist.

 

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