Eiweißpflanzen sind gut für das Klima und den Ressourcenschutz

Ich freue mich, dass wir heute über das Thema Eiweißpflanzenstrategie sprechen, denn ich denke, da ist richtig Musik drin: Musik in Punkto Biodiversität, in Punkto Bodenfruchtbarkeit, in Punkto flächengebundene Tierhaltung und auch in Punkto faire Handelsbeziehungen, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung bei uns und weltweit.

Das hört sich vielleicht etwas hochgegriffen an, aber es ist tatsächlich so. Viele Eiweißpflanzen haben eine ganz zauberhafte Eigenschaft, die andere Pflanzen nicht haben: sie binden mit Hilfe von Bakterien an den Wurzelknöllchen den Stickstoff aus der Luft und machen daraus Eiweiße und andere Stickstoffverbindungen. Und sie führen auf diese Weise auch dem Boden Stickstoff zu, der dann von anderen Pflanzen der Folgekultur aufgenommen werden kann. 

Durch den Einsatz von Leguminosen in der Fruchtfolge werden energieaufwendige chemische Verfahren zur Gewinnung von Stickstoffdünger substituiert. Die benötigte Energiemenge zur Herstellung von 200 kg mineralischen N Düngemitteln entspricht etwa dem Energiegehalt von 230 l Diesel.

Es ist also auch positiv für den Klima- und Ressourcenschutz und eine Antwort auf die Endlichkeit billig verfügbarer fossiler Rohstoffe.

Wir brauchen die Eiweißpflanzen auch, um bei der Tierhaltung die Verbindung zwischen Futterbau und Tierhaltung wieder herstellen. Die Tierhaltung und Fleischerzeugung mit immer größeren Einheiten und immer stärker konzentriert, ist in der Form nur möglich durch den massenhaften Import eiweißhaltiger Futtermittel. Dazu gehört auch gentechnisch verändertes Soja. Und der großflächige Sojaanbau für den Export stellt auch in den Herkunftsländern ein Problem dar: durch die Urwaldzerstörung, die Vertreibung indigener Gruppen und die Verdrängung von KleinbäuerInnen.

Das ganze System ist so nicht nachhaltig. Das heißt nicht, dass wir die Landwirtschaft unserer Großeltern wieder einführen wollen. Wir brauchen den Eiweißpflanzenanbau mit modernen Methoden, auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bezug auf Bearbeitungstechnik, Verarbeitungs- und Fütterungstechnik und den Transfer in die Praxis.

Und genau darin besteht das Problem: weil der Anbau und die Verfütterung von Leguminosen in den letzten 30 Jahren stetig abgenommen hat, wurde die Forschung und besonders die standortangepasste Umsetzung in die Praxis kaum vorangetrieben.

Dadurch leiden natürlich die Wirtschaftlichkeit, die Ertragssicherheit, der Markt und die Verwertung. Der ganze Bereich ist also regelrecht abgekoppelt worden von der Weiterentwicklung. Das muss sich dringend ändern, dazu brauchen wir auch eine politische Offensive.

Zum Antrag: positiv zu diesem Thema möchte ich hervorheben, dass wir in Schleswig- Holstein das einzige bedeutende mittelständische Zuchtunternehmen haben, das in die Züchtung von Eiweißpflanzen und Leguminosen für den europäischen Markt investiert. Ebenso positiv ist, dass in der Landwirtschaftskammer noch intensiv zu dem Thema gearbeitet wird.

Die Eiweißstrategie ist Thema in der EU, bei der Bundesregierung, in zahlreichen Bundesländern. Mit der Umsetzung der EU-Agrarreform und besonders den Beschlüssen der Agrarministerkonferenz in München vom 4. November zur Umwidmung von Mitteln der Ersten in die Zweite Säule der ländlichen Entwicklung, ist eine weitere Grundlage gelegt, eine Eiweißstrategie auch bei uns im Land anzugehen.

Ich bitte daher um Zustimmung zu unserem Antrag.

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